AKTIEN IM FOKUS 2: Ausstieg aus deutschem Markt treibt Delivery Hero hoch

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FRANKFURT/AMSTERDAM (dpa-AFX Broker) - Nach heftigen Kursverlusten in den vergangenen Wochen sind die Aktien von Delivery Hero <DE000A2E4K43> am Mittwoch wieder ein Kauf gewesen. Der Online-Anbieter stellt den Essenslieferdienst in Deutschland schon nach kurzer Zeit wieder ein. Das kommt an der Börse gut an, der Kurs legte am Vormittag um 6,4 Prozent auf gut 98 Euro zu und lag mit großem Abstand an der Spitze des Leitindex Dax <DE0008469008>.

Foodpanda Deutschland wird die Tätigkeit in sechs deutschen Städten beenden und in Berlin nur noch eine Entwicklungsabteilung haben. Erst im Mai hatten die Berliner angekündigt, wieder einen Lieferdienst in deutschen Städten anbieten zu wollen. Der Schritt erlaube es nun, Mittel auf attraktive Wachstumsmärkte und -geschäfte zu verlagern, hieß es. Das Foodpanda-Geschäft in Japan soll zudem im ersten Quartal 2022 verkauft werden.

Ein Händler wies darauf hin, dass der Wettbewerb auf dem deutschen Markt zuletzt noch härter geworden sei. So berge beispielsweise der Eintritt von Doordash <US25809K1051> aus den USA Risiken. Delivery Hero hätte zudem 2022 die Ausgaben in Deutschland vermutlich erhöhen müssen, worunter die Profitabilität gelitten hätte.

Erfreut auf den Schritt von Delivery Hero reagierten die Anleger auch mit Blick auf Just Eat Takeaway <NL0012015705>. An der Börse in Amsterdam zogen die Anteilsscheine des Wettbewerbers um 4,4 Prozent an. Just Eat ist derzeit mit der Marke Lieferando Marktführer in Deutschland. Entsprechend positiv wertete der Händler, dass Just Eat Takeaway hierzulande nun doch keine Konkurrenz durch Delivery Hero befürchten muss.

Die Kursgewinne von Delivery Hero dürften allerdings auch eine Gegenreaktion auf die zuletzt herben Verluste sein. Nach einem Zwischenhoch der Aktie Mitte November bei 131,50 Euro ging es um bis zu einem Drittel abwärts. Erst am Vortag konnten sich die Papiere stabilisieren. Mit aktuell gut 98 Euro ist es bis zu den Kurszielen etlicher Analysten indes noch ein weiter Weg: Investmenthäuser wie die Deutsche Bank, Barclays, Credit Suisse und Goldman Sachs haben sich Ziele von 140 bis fast 200 Euro auf die Fahnen geschrieben./bek/la/jha/

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