Aktien Europa: Zurückhaltung vor US-Zahlen

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben sich am Dienstag auf hohem Niveau behauptet. Vor der US-Berichtssaison, die in dieser Woche anläuft, war aber eher Zurückhaltung angesagt. Dazu trugen auch die am Nachmittag anstehenden US-Inflationsdaten bei. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab am Vormittag um 0,09 Prozent auf 4089,81 Punkte nach.

Ähnlich sah es an den großen Länderbörsen aus. Der französische Cac 40 <FR0003500008> verlor 0,25 Prozent auf 6543,14 Punkte. Der britischen FTSE 100 <GB0001383545> profitierte dagegen von der Stärke der Bankenwerte und kletterte um 0,27 Prozent auf 7144,92 Punkte.

Nach dem Rekordlauf der Aktienmärkte kommt der Berichtssaison eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung zu. "Die Marktteilnehmer werden die Gewinne genau beäugen, um frühe Hinweise auf die Wirtschaft und wachstumsgetriebene Aktien zu erhalten", hieß es von den Experten der Landesbank LBBW fest.

Auch die US-Verbraucherpreise für Juni haben wegweisende Qualität. "Nach der zuletzt gesehenen hohen Preissteigerung werden die heutigen Datensätze ein klares Bild geben, ob es sich nur um einen temporären Effekt handelt oder aber bereits um einen Preistrend", hofft Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Allzu große Hoffnungen auf eine Abschwächung sind wohl nicht angebracht. "Im Mai war eine Inflationsrate von 5,0 Prozent gemeldet worden. Ein einmaliger Ausreißer? Eher nicht, denn es zeichnet sich ab, dass die Teuerung auf hohem Niveau bleiben wird", prognostizierten die Volkswirte der Helaba.

Die Bewegungen der Einzelbranchen hielten sich in Grenzen. Alle Sektoren lagen bei ihren Veränderungen unter einem Prozent. Leichte Gewinne verzeichneten dabei die Bankenwerte vor den Zahlen der US-Großbanken J.P. Morgan und Goldman Sachs <US38141G1040>.

Einen positiven Impulse gab es unterdessen für britischen Bankaktien. Die größten britischen Banken dürfen für 2020 wieder unbeschränkt Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Die britische Notenbank hob die wegen der Corona-Krise verhängten Beschränkungen für große Geldhäuser des Landes am Dienstag mit sofortiger Wirkung auf. Die Zwischenergebnisse aus dem Banken-Stresstest hätten gezeigt, dass die Institute weiterhin gut kapitalisiert seien und schweren wirtschaftlichen Verwerfungen standhalten könnten. Unter anderen gewann Lloyds <GB0008706128> über zwei Prozent.

Auch die Telekommunikationswerte entwickelten sich etwas stärker als der Marktdurchschnitt. Hier stachen Nokia <FI0009000681> mit über sieben Prozent Gewinn hervor. Bei dem Netzwerkausrüster hellen sich dank besser laufender Geschäfte und geringerer Kosten die Aussichten für das Gesamtjahr weiter auf. Das finnische Unternehmen nannte zwar keine Zahlen, erwartet aber, seine bisherigen Prognosen für das Jahr 2021 anzuheben.

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