Aktien Europa: Weiterhin wenig Bewegung - Inflation bleibt Thema

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger an Europas Börsen haben sich auch am Mittwoch zurückgehalten. Die wichtigsten Indizes verzeichneten moderate Verluste, nachdem sie am Dienstag letztlich nahezu unverändert aus dem Handel gegangen waren. Die Anleger wollten kurz vor der heißen Phase der Berichtssaison der Unternehmen offenbar keine großen Risiken eingehen, sagten Händler.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone gab um 0,06 Prozent auf 4091,98 Punkte nach. Für den französischen Leitindex Cac 40 <FR0003500008> ging es um 0,15 Prozent auf 6548,94 Punkte nach unten. In London fiel der FTSE 100 <GB0001383545> um 0,44 Prozent auf 7093,69 Punkte.

Gesprächsthema blieb der jüngste teils deutliche Anstieg der Verbraucherpreise in vielen Ländern dies- und jenseits des Atlantiks. Bereits am Vortag war bekannt geworden, dass in den USA die Inflation im Juni auf den höchsten Stand seit August 2008 geklettert war. An diesem Mittwoch nun wurde gemeldet, dass in Großbritannien die Lebenshaltungskosten im Juni erneut unerwartet kräftig gestiegen sind.

Viele Experten sehen den vielerorts zu beobachtenden Anstieg der Verbraucherpreise nur als eine vorübergehende Erscheinung, die mit der deutlichen Erholung der coronageplagten Wirtschaft zusammenhängt. Einige Anleger aber befürchten, dass die Inflation dauerhaft zurückkommt. In diesem Fall könnten sich die Notenbanken zum Einlenken gezwungen sehen und die Zinsen anheben, was Aktien im Vergleich zu Anleihen unattraktiver machen würde.

Aus Branchensicht mieden die Anleger an diesem Mittwoch unter anderem Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor <CH0019112744>. So büßten die Anteilsscheine von Tui <DE000TUAG000> in London mehr als vier Prozent ein. Englische Zeitungen berichteten, dass der Tourismuskonzern bis August virusbedingt weitere Reiseziele von seiner Angebotsliste gestrichen hat und damit die Reisepläne vieler Briten beispielsweise für Italien oder das spanische Festland durchkreuzt. Aber auch kanarische Inseln wie Fuerteventura und La Palma seien betroffen. Der Konzern überarbeitet die Liste der in der Corona-Krise weiter angebotenen Reiseziele regelmäßig.

Im Rohstoffsektor <EU0009658624> waren Stahlwerte nach einer Studie der Investmentbank Jefferies gefragt. Die Papiere von ArcelorMittal <LU1598757687> etwa gewannen der Spitze des französischen Leitindex 2,6 Prozent. Die Gewinnaussichten für die Branchenunternehmen hätten sich verbessert, schrieb Analyst Alan Spence.

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