Aktien Europa: Trump-Chaos belastet Börsen auch in neuer Woche

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Vorsicht der Anleger wegen des fortgesetzten Politik-Chaos in der US-amerikanischen Trump-Regierung hat auch zum Wochenbeginn an den europäischen Börsen überwogen. Der Euro-Stoxx-50 gab am Vormittag um 0,34 Prozent nach auf 3434,44 Punkte und weitete damit die jüngsten Verluste noch etwas aus. Seit Anfang Mai schon befindet sich der europäische Leitindex in einem leichten Abwärtstrend und büßte seitdem rund 6 Prozent ein.

"Die politischen und geopolitischen Risiken lasten weiterhin auf der Risikoneigung", schrieb Craig Erlam vom Broker Oanda in einem Marktkommentar. Hierzu zählte der Analyst zuvorderst den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA sowie die unberechenbare Lage im Weißen Haus in Washington.

Auch die anderen europäischen Indizes gaben am Montag weiter nach. Der französische CAC-40-Index verlor 0,41 Prozent auf 5092,94 Punkte und der britische FTSE 100 sank um 0,25 Prozent auf 7305,84 Zähler.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Woche hielt Erlam die Zentralbankkonferenz im US-Ort Jackson Hole für das wichtigste Ereignis. Denn dort nehmen sowohl die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, als auch EZB-Präsident Mario Draghi teil. Die alljährliche Konferenz findet dieses Jahr vom 24. bis 26. August statt.

An der Börse in Mailand stiegen Papiere von Fiat-Chrysler mit einem Gewinn von 3,6 Prozent an der Spitze des Leitindex FTSE-MIB . Presseberichten zufolge ist der chinesische Autohersteller Great Wall Motor an einer Übernahme der Marke Jeep von Fiat-Chrysler interessiert. Die Analysten von Morgan Stanley schätzten den Marktwert von Jeep auf mehr als 20 Milliarden Euro.

An der Börse von Kopenhagen stiegen die Aktien der Großreederei Moeller Maersk um 3,7 Prozent, angetrieben vom Verkauf seines Ölgeschäfts an den französische Ölkonzern Total. Inklusive Schulden zahlen die Franzosen den Dänen 7,45 Milliarden US-Dollar. Im Zuge der Übernahme erhält Moeller-Maersk 97,5 Millionen Total-Aktien und damit einen Anteil von rund 3,76 Prozent an Total. Die Franzosen wollen mit dem Kauf ihre Position in der Nordsee stärken. Total-Aktien gaben um 0,5 Prozent nach. Hier dürfte aber auch ein Analystenkommentar eine Rolle gespielt haben: Die Experten der britischen Bank Barclays stuften die Total-Papiere von "Overweight" auf "Equal Weight" ab.

An der Londoner Börse zählten Imperial Brands zu den wenigen Kursgewinnern mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent. Die Analysten von RBC Capital haben die Aktien des Zigarettenherstellers von "Sector Perform" auf "Outperform" hochgestuft.