Aktien Europa: Weiter steigender Euro erlaubt nur magere Kursgewinne

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben es am Donnerstag nur mühsam in positives Terrain geschafft. Als Bremsklotz für die insgesamt wenig bewegten Märkte erwies sich der weiter steigende Euro , der tendenziell die Produkte europäischer Unternehmen für Käufer außerhalb des Währungsraums verteuert. Wie schon zur Wochenmitte profitierte die Gemeinschaftswährung von guten Wirtschaftsdaten.

Aus Übersee kam am Donnerstag ebenfalls keine Unterstützung für die hiesigen Aktienkurse: Sowohl an der Wall Street, die heute wegen des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen bleibt und am Freitag schon früher als üblich schließt, als auch an den asiatischen Handelsplätzen ging es zuletzt eher bergab.

Entsprechend verbuchte der EuroStoxx 50 am Donnerstagmittag ein mageres Plus von 0,18 Prozent auf 3569,23 Punkte. Damit setzte der Eurozonen-Leitindex seinen Zickzack-Kurs der vergangenen Tage fort. Der französische CAC 40 gewann 0,34 Prozent auf 5371,12 Zähler, wogegen der britische FTSE 100 um 0,22 Prozent auf 7402,71 Punkte nachgab.

Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum verbesserte sich im November deutlicher als erwartet, wie Einkaufsmanagerindex-Daten zeigten. Besonders positiv fiel die Entwicklung in Frankreich aus. Dazu kamen starke deutsche Außenhandelsdaten für das dritte Quartal. Derweil fiel das britische Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum erwartungsgemäß bescheiden aus.

Im europäischen Branchenvergleich hielten sich am Donnerstag die Aktien der Bau- und Baustoffekonzerne am besten: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 0,47 Prozent.

Schlusslicht in der Übersicht war hingegen der vortags deutlich erholte Index der Energieversorger: Er sank um 1,11 Prozent. Hier belastete auch der Kurssturz beim britischen Vertreter Centrica : Wegen eines enttäuschenden Ergebnisausblicks erlitten die Aktien mit einem Minus von fast 18 Prozent den größten Tagesverlust seit 20 Jahren.

Der Spirituosenhersteller Remy Cointreau konnte die Anleger mit seinen Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr ebenfalls nicht überzeugen: Die Titel der Franzosen sackten angesichts einer enttäuschenden operativen Ergebnisentwicklung um über 3 Prozent ab.