Aktien Europa: Moderate Erholung von jüngsten Verlusten

·Lesedauer: 2 Min.

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - An Europas Aktienmärkten haben die Anleger nach den jüngsten Verlusten am Freitag wieder vorsichtig zugegriffen. Gegen Mittag wiesen die Kurstafeln für den EuroStoxx 50 <EU0009658145> ein Plus von 0,40 Prozent auf 3695,59 Punkte aus. Damit tritt der Leitindex der Eurozone aus Wochensicht auf der Stelle - am Montag hatte er noch den höchsten Stand seit gut einem Jahr markiert.

Für den französischen Cac 40 <FR0003500008> ging es am Freitag um 0,41 Prozent auf 5751,97 Punkte hoch. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> kam dagegen mit einem Minus von 0,07 Prozent auf 6612,22 Punkte kaum von der Stelle - er wurde von enttäuschenden heimischen Einzelhandelsdaten gebremst.

Im europäischen Branchenvergleich schlugen sich die Aktien von Rohstoffunternehmen vor dem Wochenende am besten: Ihr Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 <EU0009658202> legte um über ein Prozent zu. Schlusslicht war dagegen der Index der Medizinbranche mit einem Minus von rund einem Prozent.

Unter den Einzelwerten stach Renault <FR0000131906> mit einem Kursrutsch von über viereinhalb Prozent als Cac-Schlusslicht negativ heraus. Der französische Autobauer berichtete für das vergangene Jahr vor allem wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan <JP3672400003> einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro. Der Konzernumsatz brach um mehr als ein Fünftel ein. Der Hersteller steckt seit längerer Zeit in der Krise und wurde zudem von den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie getroffen. Er kündigte zudem an, wegen mangelnder Elektronikbauteile im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100 000 Autos weniger zu bauen als zunächst geplant.

Die Anteilseigner von Eni <IT0003132476> mussten ein Minus von rund einem Prozent verkraften, nachdem der Ölkonzern für 2020 ebenfalls einen Milliardenverlust präsentiert hatte. Dazu wurde die Dividende gegenüber dem Vorjahr auf weniger als die Hälfte gekappt. Der überraschend gute bereinigte Gewinn im Schlussquartal konnte die Anleger nicht besänftigen.

Dass Astrazeneca <GB0009895292> keine Kenntnis über schwere Nebenwirkungen seines Corona-Impfstoffs hat, half den Aktien ebenso wenig wie Aussagen des für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, dass es keine besonderen Bedenken gegen den Impfstoff habe: Die Papiere verloren in London über zwei Prozent.

Derweil verteuerten sich die Titel von EuroStoxx-Spitzenreiter Danone <FR0000120644> um rund dreieinhalb Prozent. Nach einem schwierigen Corona-Jahr hofft der Lebensmittelkonzern 2021 auf Besserung. Aktien des britischen Kreditinstituts Natwest gewannen nach Jahreszahlen gut anderthalb Prozent.