Aktien Europa: Kursrutsch in Spanien drückt auf die Stimmung

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Deutliche Verluste an der Börse in Madrid haben zu Wochenbeginn die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten getrübt. Der EuroStoxx 50 konnte damit nur kurz vom schwachen Euro profitieren, der den Exporteuren das Leben erleichtern kann. Nachdem der europäische Leitindex am Montagvormittag noch erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von 3600 Punkten geknackt hatte, stand gegen Mittag ein Minus von 0,08 Prozent auf 3591,86 Punkte zu Buche.

Der französische CAC-40 stand zuletzt 0,04 Prozent höher bei 5331,89 Punkten. Für den britischen FTSE 100 aber ging es um deutlichere 0,49 Prozent auf 7408,92 Punkte nach oben. In London stützen Gewinne bei den stark gewichteten Rohstoffwerten die Kurse.

In Madrid litt der Leitindex Ibex 35 unter dem Referendum über die Unabhängigkeit der Region Katalonien und fiel um mehr als 1 Prozent. Bei der umstrittenen und von Polizeigewalt überschatteten Abstimmung hatten sich die Separatisten mit rund 90 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Der vom Verfassungsgericht untersagten Befragung hatte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am späten Sonntagabend auch wegen des Justizverbots jede Gültigkeit abgesprochen. Damit ist die Ausrufung eines unabhängigen Staates deutlich näher gerückt.

Analyst Kevon Redureau von der Bank Societe Generale schreckt derweil weiter vor spanischen Aktien zurück. Die Kombination aus einer Minderheitsregierung in Madrid und dem Drang der Katalanen nach Unabhängigkeit könnte weiter auf die Kurse drücken.

Der Kursrutsch in Madrid hinterließ auch seine Spuren im EuroStoxx. Dort versammelten sich die Aktien der spanischen Banken BBVA und Banco Santander mit Verlusten von jeweils rund 2 Prozent am Indexende.

Derweil griffen die Anleger europaweit bei Papieren aus der Luftfahrbranche zu. Grund war, dass die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines am Montagmorgen überraschend ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt hatte. Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden. Die Regierung sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Die Wettbewerber profitierten insofern von der Hoffnung, dass ihre eigenen Flüge in Zukunft besser ausgelastet sind.