Aktien Europa: Freundlich vor EZB-Sitzung

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Tag neuer geldpolitischer Beschlüsse der Eurozone an ihre moderaten Vortagesgewinne angeknüpft. Anleger warten auf Ergebnisse der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), die am frühen Nachmittag veröffentlicht werden. Mit Spannung erwartet werden vor allem Signale einer möglichen Verringerung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms der Notenbanker. Eine Leitzinsanhebung gilt unter Volkswirten jedoch als nahezu ausgeschlossen.

Am späten Donnerstagvormittag notierte der EuroStoxx 50 0,30 Prozent höher bei 3444,07 Punkten, nachdem er zur Wochenmitte um knapp 0,4 Prozent zugelegt hatte. Der französische CAC-40-Index gewann am Donnerstag 0,27 Prozent auf 5115,11 Zähler. Der britische FTSE 100 stieg um 0,07 Prozent auf 7358,94 Punkte.

Aus Branchensicht waren am Donnerstag europaweit Auto- und Technologiewerte mit Gewinnen von 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozent am stärksten gefragt. Schwächster Sektor waren hingegen Bergbauaktien mit einem Minus von 0,6 Prozent.

Die Papiere von Energieunternehmen profitierten von positiven Analystenstudien sowie Übernahmespekulationen. So hatte die spanische Zeitung "Expansion" geschrieben, der Stromkonzern Iberdrola könnte seine Fühler nach der RWE -Ökostromtochter Innogy ausstrecken. Allerdings dementierte ein Konzernsprecher den Bericht. Dennoch zogen Iberdrola-Titel um 0,7 Prozent an. Die Aktien des französischen Wettbewerbers Engie stiegen um knapp 2 Prozent auf 14,69 Euro, nachdem die HSBC-Analysten das Kursziel von 15,40 auf 16,20 Euro angehoben hatten.

Unter Druck standen hingegen die Papiere von Ferrari mit einem Kursabschlag von 4,8 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte die Aktien der Sportwagenschmiede und Fiat-Tochter gleich um zwei Stufen von "Overweight" auf "Underweight" gesenkt.

Nordea-Anteilsscheine büßten 1,2 Prozent an Wert ein. Die schwedische Großbank will der scharfen Regulierung im Heimatland mit einer Verlagerung ihres Hauptsitzes nach Finnland entgehen. Dadurch sollen auch Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden.