Aktien Europa: Etwas fester - Stabilisierung nach Vortagesverlusten

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Mittwoch nach den Vortagesverlusten leicht zugelegt. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte gegen Mittag um 0,34 Prozent auf 3734,16 Punkte zu. Etwas besser lief es beim französischen Cac 40 <FR0003500008>, der 0,57 Prozent auf 6450,86 Punkte gewann. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> stieg um 0,49 Prozent auf 7422,58 Punkte.

Trotz der schwachen Vorgaben der Wall Street hielten sich die europäischen Börsen vergleichsweise gut. Sie orientierten sich damit an den steigenden US-Futures. Auch die ordentlichen Zahlen mehrerer großer Unternehmen stützten. Comdirect-Marktexperte Andreas Lipkow wies zudem auf die technisch stark überverkaufte Lage hin. Die weitere Entwicklung sei aber nur schwer abschätzbar. "Derzeit steht ein schwer angeschlagener und voller Risiken behafteter Aktienmarkt den Hoffnungen auf baldige Lösungen der Probleme entgegen", mahnte Lipkow.

Weit vorne unter den Einzelsektoren standen die Automobilwerte, die von den starken Zahlen von Mercedes angetrieben wurden. Noch besser entwickelten sich die Rohstofftitel. ArcelorMittal <LU1598757687> gewannen 2,4 Prozent, auch andere Stahlwerte waren gefragt. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel für Arcelor vor dem Start der Berichtssaison der europäischen Stahlunternehmen von 43 auf 48 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen.

Im Chemiesektor hatte der französische Gasehersteller Air Liquide <FR0000120073> im ersten Quartal von einer starken Nachfrage profitiert. Der Kurs kam allerdings nicht recht vom Fleck. Analyst Alex Stewart von Barclays bemängelte durchwachsene Erlöse in den einzelnen Segmenten.

Auch Schneider Electric <FR0000121972> profitierten nicht vom Quartalsbericht. Die Zahlen seien zwar solide ausgefallen, stellte Analyst Mark Fielding von RBC fest. Allerdings sei nach der überdurchschnittlichen Entwicklung 2021 das Potenzial angesichts der Bewertung begrenzt. Zudem muss der Konzern wegen des Rückzugs aus Russland 300 Millionen Euro abschreiben. Die Aktie verlor 1,3 Prozent.

Ähnlich sah es bei STMicroelectronics <NL0000226223> aus. Der Chipkonzern habe starke Ergebnisse vorgelegt, schrieb Analyst Janardan Menon von Jefferies. Die Signale für das zweite Quartal seien gut, unveränderte Jahresziele implizierten danach aber ein schwächeres zweites Halbjahr. STMicro zogen lediglich um 0,4 Prozent an.

Im Bankensektor gab es unterdessen gegenläufige Signale. Während Credit Suisse <CH0012138530> nach erneuten Verlusten im ersten Quartal leicht nachgaben, zogen Lloyds nach starken Zahlen für das erste Quartal um 1,9 Prozent an. Der Versorgersektor profitierte unterdessen von den Gewinnen des Schwergewichts Iberdrola <ES0144580Y14>, das um 1,2 Prozent zulegte. Der Energieversorger hatte im ersten Quartal wegen der gestiegenen Strompreise deutlich mehr erlöst.

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