Aktien Europa: Weiter auf Erholungskurs - Autowerte gefragt

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Mittwoch ihre Erholung vom Vortag fortgesetzt. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg am späten Vormittag um 1,7 Prozent auf 3613,91 Zähler. Der Pariser Leitindex Cac 40 <FR0003500008> kletterte unterdessen um 1,81 Prozent auf 6227,63 Punkte. Für den Londoner FTSE 100 <GB0001383545> ging es um 1,1 Prozent auf 7319,59 Punkte nach oben.

Positive Signale aus Asien förderten die am Vortag eingeleitete Gegenbewegung. Sinkende Corona-Zahlen in Schanghai schürten dabei "die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Lockdowns", wie Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners anmerkte.

An die US-Verbraucherpreise für April am Nachmittag knüpft sich zudem die Erwartung nachlassenden Preisdrucks. "Die per saldo feststellbare, leichte Entspannung bei den Energiepreisen im letzten Monat wird einen dämpfenden Einfluss auf den Verbraucherpreisindex haben", prognostizierten die Volkswirte der Helaba. "Alles in allem dürfte die Gesamtteuerung den Zenit wohl überschritten haben."

Gefragt waren erneut die Autowerte. "Hier positionieren sich Investoren mit Blick auf das Jahresende beziehungsweise das kommende Geschäftsjahr", begründete Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect die Gewinne. Dann sollten die Störungen der Lieferketten behoben sein. Stark entwickelte sich dabei die Aktie von Mercedes-Benz <DE0007100000> mit einem Aufschlag von 4,4 Prozent, nachdem sich die Analysten von Goldman Sachs positiv geäußert hatten. Auch der Reise- und Freizeitsektor verzeichnete Gewinne. Der weltgrößte Reisekonzern Tui <DE000TUAG000> rechnet nach der schweren Krise durch die Corona-Pandemie wieder mit schwarzen Zahlen.

Auch der Technologiesektor war angesichts der Erholung der entsprechenden Werte in den USA gefragt. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft Prosus <NL0013654783> legte dank der Stärke ihrer Beteiligungen in Asien um acht Prozent zu.

Der Pharmasektor litt unterdessen unter den Verlusten des Schwergewichts Roche <CH0012032048>. Der Pharmakonzern hatte mit seiner neuartigen Krebstherapie Tiragolumab einen weiteren Forschungsrückschlag erlitten. Die Nachricht wog um so schwerer, als Analysten überwiegend auf ein positives Ergebnis gehofft hatten. Roche gaben um 5,6 Prozent nach.

Die Einzelhandelswerte hielten sich zwar besser, doch stachen hier Ahold Delhaize <NL0011794037> mit 4,6 Prozent Abschlag negativ hervor. An der Börse kamen die Zahlen und die leicht erhöhte Prognose nicht gut an. Die Aktie gab um 5,3 Prozent nach. Damit weitete das Papier seinen bisherigen Jahresverlust aus. Die Niederländer hätten anerkannt, dass die aktuell schwierigen Marktbedingungen für den für das zweite Halbjahr geplanten Börsengang der Online-Vertriebsplattform Bol.com weiterhin nicht förderlich seien, gab Analyst James Grzinic von Jefferies zu bedenken.

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