Aktien Europa: Erholung setzt sich fort, aber noch keine Trendwende in Sicht

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Freitag weiter zugelegt. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg gegen Mittag um 0,9 Prozent auf 3811,25 Punkte. Der französischen Cac 40 <FR0003500008> gewann ebenfalls 0,9 Prozent auf 6564 Punkte, während der britische FTSE 100 <GB0001383545> um 0,1 Prozent auf 7514,82 Punkte anzog.

Deutliche Gewinne der US-Börsen gaben den europäischen Märkten vor dem Wochenende nochmals einen kleinen Schub. Zudem war das Bruttoinlandsprodukt des Euroraums im ersten Quartal passabel ausgefallen. "Die Wachstumsraten haben für Europa ein heterogenes Bild aufgezeigt, jedoch im Vergleich mit den BIP Zahlen aus den USA für eine Überraschung gesorgt", merkte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect dazu an.

Anlass zu allzu großen Optimismus besteht jedoch nicht. "Von einer generellen Trendwende ist der europäische Aktienmarkt noch weit entfernt", fügte Lipkow hinzu. "Gerade vor dem Wochenende könnte der eine oder andere Marktteilnehmer doch noch kalte Füße bekommen und die Aktienpositionen reduzieren."

In das gleich Horn stieß Kapitalmarktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. "Die Börsen bleiben angeschlagen", so Halver. "In der Ukraine-Krise dreht sich die Teufelsspirale aus Sanktionen und Gegensanktionen mit Folgen für die Energieversorgung immer weiter." Da für den russischen Präsidenten Putin mittlerweile kein gesichtswahrender Rückzug mehr möglich und seine international weitgehende Ächtung unumkehrbar seien, werde seine Neigung zu irrationalen Entscheidungen wachsen.

Zudem könnten die anstehenden Notenbanksitzungen den Aufwärtsdrang der Börsen bremsen. "Sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England dürften bei ihren Sitzungen am Mittwoch bzw. Donnerstag ihre Leitzinsen anheben", so Chefstratege Robert Greill von Merck Finck.

Deutliche Gewinne verbuchten erneut die Technologiewerte. Besser als erwartete Zahlen von Apple <US0378331005> stützten den Sektor, in dem auch Zulieferer des US-Konzerns sind. So gewann STMicroelectronics <NL0000226223> 1,7 Prozent. Aktien der Beteiligungsgesellschaft Prosus <NL0013654783> zogen sogar um zehn Prozent an.

Der Bankensektor profitierte von den Gewinnen von BBVA <ES0113211835>. Die spanische Großbank hatte im ersten Quartal von steigenden Zinsen profitiert und mehr verdient als erwartet. Der Überschuss kletterte um 36 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. JPMorgan <US46625H1005> lobte das Ergebnis und hob die solide Kapitalausstattung hervor. BBVA gewannen 4,6 Prozent. Credit Suisse <CH0012138530> erholten sich am Tag der Generalversammlung um 5,5 Prozent. "Spekulanten stellen ihre Baisseposition vor dem Wochenende glatt", sagte ein Händler. Zudem sei die Aktie derart tief bewertet, dass sie nun für manchen Marktteilnehmer günstig erscheine.

Im Pharmasektor waren Novo Nordisk <DK0060534915> gefragt. Robuste Zahlen ließen die Aktie des Pharmaunternehmens um 4,2 Prozent steigen. Zudem hatten die Dänen ihre Jahresziele erhöht. Nicht ganz so gut entwickelten sich Astrazeneca <GB0009895292>, die um 1,1 Prozent fielen. Der starke Jahresauftakt des britischen Pharmakonzerns wurde von hohen Kosten überschattet.

Sauber, aber nicht rein fielen die Zahlen von Reckitt <GB00B24CGK77> aus. Während das Wachstum stärker als erwartet war, rechnet das britische Unternehmen mit Belastungen durch die Kosteninflation. Das dürfte die Marge drücken. Reckitt tendierten wenig verändert.

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