Aktien Europa: Börsen geben vor dem Wochenende weiter nach

dpa-AFX

PARIS/LONDON/MADRID (dpa-AFX) - Die Kurse an Europas Börsen sind auch am letzten Handelstag der Woche weiter abgebröckelt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx-50 verlor am Freitagmittag 0,3 Prozent auf 3601,76 Zähler. Vom jüngsten Hoch knapp über 3700 Punkten hat der Index mittlerweile wieder 3 Prozent eingebüßt. Die Saison der Quartalsberichte nähert sich dem Ende, damit mangelt es den Investoren erst einmal an Impulsen.

In den europäischen Börsensälen wagten sich die Investoren nicht aus der Deckung, merkte die Postbank in einem Marktkommentar an. "Zurückhaltung prägt die Stimmung", hieß es. Gegenwind für Aktien kommt aus Italien, wo die Industrie die Produktion im September deutlich stärker gedrosselt hat als erwartet. In Frankreich stieg daegegen die Industrieproduktion ein wenig stärker als prognostiziert.

Der französische CAC-40 -Index gab um 0,37 Prozent auf 5387,73 Punkte nach. Für den britischen FTSE-100 ging es um 0,31 Prozent auf 7460,88 abwärts.

Mit dem schweizerischen Luxuskonzern Richemont und dem Stahriesen Arcelormittal haben kurz vor dem Wochenende noch einmal zwei europäische Schwergewichte Ergebnisse veröffentlicht. Die Aktien von Richemont, das Luxusmarken wie Cartier, Piaget und Cloé vertreibt, sackten um 3,6 Prozent ab auf den niedrigsten Stand seit Ende September. Zwar hat das Unternehmen im dritten Quartal den Gewinn kräftig gesteigert; das werde man jedoch möglicherweise nicht wiederholen können, teilte Richemont mit.

Papiere von ArcelorMittal verteuerten sich um 2,8 Prozent. Der Stahlkonzern hat im dritten Quartal von einer steigenden Nachfrage sowie höheren Preise profitiert und Umsatz und Gewinn gesteigert. "Stark die Marge in Brasilien", hieß es in einem Kommentar der Deutschen Bank. Dort liege die Gewinnmarge um zwei Drittel über der Konsensprognose.

Der operative Gewinn von Telecom Italia ging im dritten Quartal zwar um 2,1 Prozent zurück auf 2,22 Milliarden Euro. Damit schnitten die Italiener aber besser ab als die Konsensschätzung von 2,22 Milliarden Euro hatte erwarten lassen. Die Aktien legten um 1,6 Prozent zu.

In London büßten die Aktien des Luxuskonzerns Burberry nach schwachen Zahlen und hohen Kursverlusten am Vortag weitere 3,8 Prozent ein. Die Investmentbank UBS stufte Burberry von "Buy" auf "Neutral" ab. Längerfristig steigende Umsätze gingen mit stark steigenden Kosten einher, begründete die Bank die Abstufung.

Papiere von L'Oreal gaben um 0,9 Prozent nach, belastet von einer Abstufung des Kosmetikherstellers von "Neutral" auf "Underperform" durch die französische Bank Exane BNP.

Eine Abstufung bei Peugeot von "Buy" auf "Hold" durch das Investmenthaus Kepler Cheuvreux drückte den Kurs des Automobilherstellers um 3,7 Prozent nach unten. In ihrem Sog gaben auch Renault um 2,1 Prozent nach.