Aktien Europa: Apathie hält an - Katalonien wählt

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Verabschiedung der Steuerreform in den USA ist in Europa zum großen Teil auf taube Ohren gestoßen. Auch am Donnerstag verharrt der EuroStoxx 50 bei einem festeren Euro im Minus und gab zuletzt um 0,14 Prozent auf 3547,62 Punkte nach. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Frankreich, wo der Leitindex CAC 40 gegen Mittag 0,11 Prozent einbüßte. In Großbritannien gab es immerhin moderate Gewinne, die den FTSE 100 auf ein Plus von 0,21 Prozent beförderten.

Auch am spanischen Aktienmarkt legte der Ibex 35 mit 0,12 Prozent leicht zu. In der Parlamentswahl in Katalonien an diesem Donnerstag dreht sich wieder alles um die Frage der Unabhängigkeit dieser Region. Dabei ist im Grunde nur klar, dass nichts klar ist: Umfragen haben gezeigt, dass die separatistischen Parteien trotz eines Kopf-an-Kopf-Rennens mit den Unabhängigkeitsgegnern wieder an die Macht kommen könnten. Ob sie aber die absolute Mehrheit von 68 Sitzen auf sich vereinen können, ist fraglich. Möglicherweise droht sogar eine Patt-Situation mit langwierigen Verhandlungen.

Volkswirtschaftlich dürfte an diesem Donnerstag noch das Verbrauchervertrauen der Eurozone für den Monat Dezember interessieren. Hierbei rechnen Experten mit einer etwas besseren Stimmung als im Vormonat.

Unternehmensseitig kehrt kurz vor der Feiertagen allmählich Ruhe ein. Eine positive Nachricht gab es vom Schweizer Pharmaunternehmen Roche zu vermelden - die Zulassung von der EU-Kommission für das Krebsmittel Alecensa ist da. Damit darf das Mittel künftig zur Behandlung von Patienten mit einem speziellen Lungenkrebs eingesetzt werden. Wie die Daten der einer Studie gezeigt hatten, reduziert das Medikament das Risiko, dass sich die Krankheit verschlimmert oder es zum Tode kommt, deutlich. Die Aktie von Roche stand zuletzt mit 0,37 Prozent im Plus.

Darüber hinaus hat die baldige Vonovia-Tochter Buwog ihre Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr vorgelegt. Der Österreichische Immobilienkonzern konnte sein operatives Ergebnis von Mai bis Ende Oktober wegen steigender Mieten in deutschen Ballungszentren und der Nachfrage nach Neubauten um nahezu ein Drittel steigern. Der Aktie gab das einen Schub von zuletzt 0,33 Prozent.

Branchenweit lief es bis zum Mittag vor allem für die Einzelhändler gut, für die die Weihnachtszeit zu den mit Abstand wichtigsten Umsatztreibern zählt. In der Gesamtbetrachtung stand das Segment zuletzt mit 0,44 Prozent im Plus. Schwächster Sektor war die Telekommunikationsbranche - der Branchenindex sackte um 0,51 Prozent ab.