Aktien Europa: Anleger weiter zurückhaltend - US-Steuerreform bleibt im Blick

dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger an den europäischen Börsen haben sich auch am Mittwoch zurückgehalten. Die Fortschritte bei der US-Steuerreform ließen die Anleger weitgehend kalt. Experten zufolge ist hier bereits viel in die Kurs eingepreist. Der EuroStoxx 50 gab gegen Mittag um 0,20 Prozent auf 3574,79 Punkte nach und auch beim französische Leitindex CAC 40 lief es mit einem Minus von 0,15 Prozent nicht besser. In Spanien fiel der Ibex 35 einen Tag vor der Parlamentswahl in Katalonien um 0,36 Prozent. Kaum Bewegung war demgegenüber beim FTSE 100 zu verzeichnen.

"Die Euphorie, dass es endlich vollbracht ist, hätte durchaus größer sein können", schrieb CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl und spielte damit auf die von US-Unternehmen sehnlichst erwartete US-Steuerreform an. Am Dienstag wurde das Gesetzespaket im Senat verabschiedet - allerdings ist es aufgrund von Verfahrensfehlern noch immer nicht endgültig eingetütet. Bevor US-Präsident Donald Trump das Gesetz unterzeichnen kann, muss das Repräsentantenhaus noch einmal darüber abstimmen.

Neben den Gewinnmitnahmen begründet Stanzl die momentane Schwäche auch mit der Frage, wie viel von der Reform tatsächlich in der Weltwirtschaft und bei nicht-US-amerikanischen Firmen ankommt. "Indirekt vielleicht ein wenig, direkt allerdings geraten ausländische Unternehmen in einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil", so Stanzl.

Demgegenüber machten ein paar Einzelwerte wie die Aktien vom Duty-Free-Shop-Betreiber Dufry von sich Reden. Mit dem US-Milliardär Paul E. Singer hat das Unternehmen einen neuen Großinvestor gefunden, der auch in der Schweiz kein unbeschriebenes Blatt ist. So scheiterte er etwa im Jahr 2011 beim Versuch einer Übernahme des Biopharma-Unternehmens Actelion . Dufry-Anleger goutierten den Schritt dennoch mit einer erhöhten Nachfrage. Die Papiere stiegen um 3,28 Prozent.

Die Aktien des schweizerischen Industriekonzerns ABB drehten zuletzt ins Plus und gewannen 0,11 Prozent. Das Unternehmen trennt sich von verschiedenen Aktivitäten im Bereich Engineering, Procurement, Construction (EPC).

Weniger erfreulich verlief der Handel für die Aktien der zweitgrößten Bank Italiens Intesa Sanpaolo . Nach einer Kurszielsenkung der Schweizer Großbank UBS standen die Papiere zum Mittag mit 0,21 Prozent im Minus.