Aktien chinesischer Elektroautohersteller steigen

Verkehr in Peking

Nach der Ankündigung des chinesischen Industrieministers, Peking denke über ein Verbot für Verbrennungsmotoren nach, sind am Montag an der Börse in Shanghai die Aktienkurse chinesischer Elektroautohersteller gestiegen. Der Kurs des chinesischen Marktführers BYD ging an der Börse von Shanghai um mehr als sieben Prozent nach oben. Ein Verbot von Benzin- und Dieselantrieben würde der Elektromobilität in China einen Riesenschub geben.

Industrieminister Xin Goubin hatte am Wochenende gesagt, sein Ministerium habe mit "Forschungen" über die Folgen eines Verbrennungsmotorenverbots begonnen und arbeite an einem Zeitplan. Die Maßnahmen würden "tiefe Veränderungen" der Umwelt bewirken und der chinesischen Autoindustrie "Schwung" verleihen. Die Hersteller sollten danach streben, herkömmliche Autos sparsamer zu machen, und "kräftig" neue Antriebe entwickeln.

China ist der größte Automarkt der Welt, im vergangenen Jahr wurden mehr als 28 Millionen Autos verkauft. Auch für die deutschen Hersteller ist die Volksrepublik ein Riesenmarkt. Der Absatz von Elektroautos stieg 2016 um mehr als 50 Prozent auf über 500.000. Peking hatte im Juni bereits ein gesetzliches Quotensystem angekündigt, das die Produktion von E-Autos bis 2020 stark ankurbeln soll.

Der chinesische Herstellerverband erklärte am Montag, das Aus für den Verbrennungsmotor werde "ein langer Prozess". Es werde schwer sein, die Produktion von Autos, die mit Kraftstoff laufen, in den nächsten ein oder zwei Jahrzehnten zu stoppen, sagte der Generalsekretär des Verbandes, Cui Dongshu. Es könnte bis 2040 "wichtige Fortschritte" bei Pkw geben, "aber für andere Fahrzeuge wie Schwerlaster wird es schwierig".