AKTIE IM FOKUS: Stada-Anleger setzen auf neues Übernahmeangebot

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weiter keimende Übernahmehoffnung der Aktionäre des Arzneimittelherstellers Stada hat am Dienstag neue Nahrung erhalten. So erwägen die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven, bei der Finanzaufsicht einen Antrag auf Befreiung von der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines erneuten Übernahmeangebots zu stellen. Die Stada-Papiere gewannen daraufhin 2,69 Prozent auf 64,18 Euro, was den ersten Platz im Index der mittelgroßen Werte MDax bedeutete.

Analyst Peter Spengler von der DZ Bank zeigte sich wenig überrascht von den Bestrebungen der Investoren. Viele Marktakteure dürften dies ähnlich sehen, wie die Kursentwicklung der vergangenen Tage erahnen lässt. Der Aktienkurs war nach dem in der vergangenen Woche bekannt gewordenen knappen Scheitern der ersten Offerte in Höhe von insgesamt 66 Euro je Papier - zwar bis auf 56,51 Euro abgestürzt, machte aber rasch einen Großteil der Verluste wieder wett.

Bain und Cinven hatten bei ihrem Angebot die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent um gerade einmal rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Falls Stada und die Finanzaufsichtsbehörde nun zustimmen würden, wäre der Weg für eine neue Offerte von Bain und Cinven frei.

Dabei könnten die beiden Interessenten versuchen auf Nummer sicher zu gehen. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen schrieb, könnte die Mindestannahmeschwelle bei einem unveränderten Preis von 66 Euro auf 65 Prozent oder weniger gesenkt werden.

"Eine neues Gebot ist zwar nicht ohne Risiken, dürfte letztendlich aber erfolgreich sein," schrieb Analyst Oliver Reinberg vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux in einer Studie. Er verwies dabei auch auf das knappe Scheitern des ersten Angebots und rechnet mit einem abermaligen Preis von 66 Euro je Aktie.

Sollte eine mögliche neue Offerte indes scheitern, droht den Aktien ein deutlicher Kursrutsch. Das durchschnittliche Ziel der Experten im dpa-AFX Analyser liegt bei knapp 63 Euro. Allerdings berücksichtigen die meisten Analysten bei der Bewertung die Übernahmebemühungen und setzten das Kursziel entsprechend höher an als sie es sonst tun würden.

Im Ringen um Stada hatte sich das Management im April für Bain und Cinven entschieden. Davor hatten die Papiere um die 58 Euro notiert. Vor der Ankündigung von Übernahmegesprächen mit verschiedenen Interessenten im Februar hatten die Aktien weniger als 50 Euro gekostet.