AKTIE IM FOKUS: Rally bei Heidelberger Druck dank starker Auftragslage

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger haben am Donnerstag die sehr gute Auftragslage des Anlagenbauers Heidelberger Druckmaschinen honoriert: Mit einem Kursgewinn von zuletzt 7,72 Prozent auf 2,876 Euro machten die Aktien des Druckmaschinenherstellers ihre steile Abwärtsbewegung seit Anfang Februar - unter anderem hatten negative Analystenkommentare für Belastung gesorgt - wieder wett. Damit standen die Papiere klar an der Spitze des SDax , der zeitgleich um 0,7 Prozent nachgab.

Heideldruck registriert eine deutlich wachsende Nachfrage nach Digitaldruckmaschinen für Verpackungen und Etiketten in nahezu allen Regionen. Die Bestellungen legten im dritten Geschäftsquartal (Ende Dezember) um 16 Prozent auf 678 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr 2017/2018 geht der Anlagenbauer weiterhin von einem stagnierenden Umsatz und einer Profitabilität (Ebitda-Marge) zwischen 7 und 7,5 Prozent aus.

In Zeiten, wo die Druckmaschinenbranche mit der zunehmenden Digitalisierung zu kämpfen hat, überzeugte den Markt die positive Auftragssituation. Dies deute auf ein solides Marktumfeld hin, sagte ein Händler. Analyst Hans-Joachim Heimbuerger von Kepler Cheuvreux sah die Auftragsdaten 11 Prozent über den Markterwartungen. Die Profitabilität habe sich zwar schwach entwickelt, beruhe aber auf Einmaleffekten, schrieb der Analyst. Er blieb in einer Ersteinschätzung bei seiner bisherigen Kaufempfehlung.

Eggert Kuls vom Analysehaus Warburg Research sprach von einem insgesamt gemischten Zahlenwerk, wobei der Auftragseingang klar positiv überrascht habe. Zweifel hegt er jedoch am Ausblick von Heidelberger Druck. Die Geschäftsziele könnten nur erreicht werden, wenn die negativen Währungseffekte in Form des starken Eurokurses ausgeklammert würden. Auch Kuls hält die Aktien weiterhin für kaufenswert.

Die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal seien durchwachsen ausgefallen, stellte auch Analyst Henning Breiter von der Privatbank Hauck & Aufhäuser fest. Einem starken Auftragseingang stünden ein adäquater Umsatz und ein unerwartet schwaches operatives Ergebnis (Ebitda) entgegen. Er bestätigte sein Verkaufsvotum für die Anteilsscheine der Heidelberger.