AKTIE IM FOKUS: Nordex setzen nach Großauftrag ihre Stabilisierung fort

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Auftrag hat am Mittwoch den Aktien von Nordex Rückenwind verliehen. Die Papiere des Herstellers von Windkraftanlagen setzten sich mit einem Plus von 4,25 Prozent auf 8,10 Euro an die Spitze des TecDax . Sie setzten damit die jüngste Stabilisierung auf niedrigem Kursniveau fort.

Der Versorger Vattenfall bestellte bei Nordex 50 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 180 Megawatt für einen Windpark in den Niederlanden. Analysten hatten zuletzt darauf hingewiesen, Nordex könne gegen größere Anbieter bei der Vergabe von Aufträgen ins Hintertreffen geraten.

Der Analyst Roshan Zamir von Warburg Research verwies am Mittwoch jedoch darauf, dass 2018 für Nordex zwar ein herausforderndes Jahr werden dürfte, dies im Kurs aber bereits reflektiert sei. Dieses Fazit zog der Experte nach Investorenveranstaltungen von Nordex in Australien. Dort habe das Unternehmen große Orders im Schlussquartal für wahrscheinlich erachtet, mit denen das vierte Quartal das stärkste des Jahres werden dürfe. Aufträge erwartet Nordex aus den Niederlanden, den USA, Südafrika und Südamerika.

Nordex müsse nun nicht länger selbstgesetzten Zielen nachjagen, die zu ambitioniert gewesen seien, schrieb Zamir. Einige der anwesenden Investoren seien überrascht gewesen, wie solide die Bilanz des TecDax-Unternehmens per Ende September mit Blick auf die Eigenkapitalquote und die Nettoverschuldung gewesen sei. Dies sei insofern bemerkenswert, als dass ein stark rückläufiger Auftragseingang zu sinkenden Vorauszahlungen der Kunden geführt habe.

Die jüngste Kurserholung dürfte Händlern zufolge aber auch technisch bedingt sein - nach herben Kurseinbußen seit Jahresbeginn. Mit einem Verlust von mehr als 60 Prozent in diesem Börsenjahr zählen die Papiere zu den großen Verlierern im TecDax. Warburg-Analyst Zamir prognostizierte, dass es Spekulanten auch zunehmend schwerer fallen dürfte, die Aktien leer zu verkaufen, also auf weiter fallende Kurse zu wetten. Im Gegenteil: Auf positive Nachrichten wie Auftragseingänge dürften sie sehr sensibel reagieren, hieß es weiter.