AKTIE IM FOKUS: Meta brechen ein - Analysten: Hohe Ausgaben in unsicheren Zeite

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) -Als schockierend empfundene Geschäftszahlen von Meta US30303M1027 haben die Aktien des Facebook-Konzerns am Donnerstag einbrechen lassen. Die Papiere büßten im frühen Handel an der Technologiebörse Nasdaq ein Viertel ein und fielen auf den niedrigsten Stand seit 2016 wieder unter die runde Marke von 100 US-Dollar. Damit schrumpfte der Börsenwert des von Mark Zuckerberg mitgegründeten Unternehmens um rund 70 Milliarden Dollar. Am Vortag waren die Papiere bereits unter Druck geraten nach enttäuschenden Zahlen der Google US02079K1079-Mutter Alphabet US02079K3059.

Bei Meta hatte sich der Umsatzrückgang im vergangenen Quartal noch beschleunigt. Das Unternehmen leidet unter der Sparsamkeit der Werbekunden, die angesichts hoher Inflation und Konjunktursorgen weniger Geld für Online-Anzeigen ausgeben. Zugleich steigen die Kosten, und die Entwicklung virtueller Metaverse-Welten verschlingt - bei unklaren Erfolgsaussichten - weiterhin Milliarden. Der Gewinn brach unter dem Strich um mehr als die Hälfte ein. Für das laufende Vierteljahr stellte das Unternehmen einen Erlösrückgang von bis zu zehn Prozent in Aussicht.

Seine größte Sorge sei die Amortisationszeit für die von Meta für das kommende Jahr angepeilten Investitions- und Betriebsausgaben, schrieb Experte Brent Thill vom Analysehaus Jefferies. Immerhin beliefen sich diese Ausgaben insgesamt auf geschätzte 130 Milliarden Dollar. Es könne Jahre dauern, bis diese Investitionen das Umsatzwachstum ankurbelten. Derart hohe Aufwendungen in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche und bei höchst unsicheren Umsatzprognosen seien "selten", schrieb der Experte.

Douglas Anmuth von JPMorgan merkte an, dass sich die Gründe für seine bereits im Frühjahr gestrichene Kaufempfehlung für Meta-Aktien inzwischen noch intensiviert hätten. Hierzu zählt er etwa den unsicheren Aufbau des virtuellen Metaversums und den langwierigen Anlauf, um mit der Videoplattform Reels Geld zu machen. Zudem lägen viele Faktoren, die das Werbegeschäft negativ beeinflussten, außerhalb der Kontrolle des Konzerns. Umsatztreiber für 2023 erschienen nunmehr weniger kraftvoll als in den vergangenen Jahren.

Mit JPMorgan US46625H1005, Credit Suisse CH0012138530 und der Deutschen Bank DE0005140008 senkten am Donnerstag drei Investmenthäuser die Kursziele für die Meta-Aktien teils drastisch. Die Haltung der Analysten zu dem Titel ist gleichwohl unverändert von Optimismus geprägt: Von 60 Experten raten dem Informationsdienstleister Bloomberg zufolge nur 4 zum Verkauf der Papiere, dem stehen 39 positive Empfehlungen gegenüber, die übrigen Analysten raten zu einer neutralen Haltung.