AKTIE IM FOKUS: Kapitalerhöhung und Platzierung belasten Delivery Hero

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien von Delivery Hero sind am Mittwoch nach einer Kapitalerhöhung und der Platzierung eines größeren Aktienpakets unter Druck geraten. Die Papiere der Online-Bestellplattform fielen als Schlusslicht im Index der gering kapitalisierten Werte SDax um knapp 5 Prozent auf 35,66 Euro. Damit hielten sie sich jedoch über dem Platzierungspreis für die neuen Aktien von 34,50 Euro. Im Tagestief war der Delivery-Kurs um fast 9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober gerutscht.

Das erst im Juni von Rocket Internet an die Börse gebrachte Unternehmen hat 10,5 Millionen neue Aktien am Markt zum Preis von 34,50 Euro je Aktie platziert. Dadurch fließen ihm brutto 362,25 Millionen Euro zu. Mit dem Geld will sich die Gesellschaft für Übernahmen in Position bringen. Zusätzlich wurden 2 Millionen Aktien aus dem Bestand von Minderheitsaktionären, die schon vor dem Börsengang des Unternehmens Ende Juni beteiligt waren, zum gleichen Preis an institutionelle Investoren verkauft.

Analystin Sarah Simon von der Berenberg Bank vermutete, Delivery Hero könne mit dem frischen Geld entweder die südkoreanische Baedal Minjok kaufen oder aber einen Kauf oder eine Fusion mit der brasilianischen iFood anstreben. Die Südkoreaner, mit denen Delivery Hero beim Marktanteil gleichgezogen habe, hätten einen Wert von 750 Millionen Euro. iFood aus Brasilien sei mit gut einer Milliarde Euro bewertet worden zu dem Zeitpunkt als der britische Wettbewerber Just Eat den Anteil an iFood in diesem Jahr aufgestockt habe.

Ankeraktionär von Delivery Hero ist mit gut 23 Prozent weiterhin der südafrikanische Medienkonzern Naspers, der entsprechend seinem Anteil an der Kapitalerhöhung teilgenommen hat.

Ungeachtet der Kapitalmaßnahmen des Unternehmens erhöhte der Analyst Chris Grundberg von UBS das Kursziel für die Aktie von 34,50 auf 39,00 Euro. Der Experte begründete dies vor allem mit einem beeindruckenden Wachstum in den Regionen Naher Osten und Nordafrika. Dort erlöse der Essenslieferant bereits 30 Prozent des Umsatzes. Im dritten Quartal habe das Wachstum dort 71 Prozent betragen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.