AKTIE IM FOKUS: Hellofresh brechen nach gesenkten Jahreszielen ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Hellofresh <DE000A161408> haben am Mittwoch nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung in einer steilen Talfahrt ihre deutlichen Erholungsgewinne abgegeben. Am späteren Nachmittag büßten sie 11,6 Prozent auf 29,21 Euro ein. Vor der Senkung der Jahresziele hatten sie noch klar mit mehr als sechs Prozent im Plus gelegen, in der Spitze hatten sie sogar um etwa acht Prozent zugelegt.

Mit dem Kursrutsch war Hellofresh nicht nur mit Abstand das Schlusslicht im Dax <DE0008469008>. Die Aktien rutschten auch wieder deutlich unter die gleitende 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend signalisiert und aktuell bei rund 32,88 Euro liegt. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Papier zudem nach Zalando <DE000ZAL1111> das am schlechtesten gelaufene im deutschen Leitindex mit einem Minus von aktuell 56 Prozent.

Wie der Kochboxenlieferant am Nachmittag mitteilte, wird er bei Umsatz und operativem Ergebnis im zweiten Quartal zwar besser als von Experten erwartet abschneiden, dennoch senkte er seine Ziele für 2022. Beim Umsatzplus rechnet er nur noch mit einer Spanne zwischen 18 und 23 Prozent nach zuvor 20 bis 26 Prozent. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 460 und 530 Millionen Euro erwartet. Bislang waren es 500 bis 580 Millionen Euro.

"Endlich wird das Berliner Unternehmen etwas realistischer", kommentierte ein Marktteilnehmer die gesenkten Ziele. Bernstein-Analyst William Woods hob hervor, dass trotz der augenscheinlich positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung die Kundenzahl mit 8 Millionen die Prognose von 8,2 bis 8,4 Millionen verfehlt habe. Außerdem habe Hellofresh im zweiten Quartal von deutlichem Rückenwind durch Wechselkurseffekte profitiert.

"Während wir davon ausgegangen waren, dass Umsatz und Marge im zweiten Quartal unter Druck geraten werden, hat sich das verzögert und der Druck wird nun in der zweiten Jahreshälfte erwartet", schrieb Woods unter Verweis auf die Umsatz- und Gewinnwarnung des Unternehmens. Diese Prognosesenkung sei das Resultat eines sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Umfelds, der Inflation, des Ukraine-Krieges und auch eines sich deutlich abschwächenden Verbrauchervertrauens.

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