AKTIE IM FOKUS: Hapag-Lloyd springt nach Tui-Ausstieg auf Rekordhoch

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Ausstieg des Großaktionärs Tui bei Hapag-Lloyd sind die Aktien der Container-Reederei am Dienstag auf ein Rekordhoch gestiegen. Sie knüpften an ihre Rally der vergangenen sechs Handelstage an und stiegen bis auf 33,31 Euro, womit sie ihren höchsten Stand seit dem Börsengang im November 2015 erreichten. Am frühen Nachmittag kosteten die Papiere noch 32,18 Euro, was ein Plus von 9,08 Prozent bedeutet.

Seit Jahresbeginn beträgt der Kurszuwachs der Aktie nun fast 50 Prozent, womit das Papier im 50 Werte umfassenden Nebenwerteindex SDax nun den dritten Platz einnimmt. Allein in den letzten sieben Handelstagen beläuft sich das Plus in der Spitze auf fast 31 Prozent.

Es sei beeindruckend, wie gut die ohne Abschlag erfolgte Platzierung am Markt aufgenommen worden sei, hieß es unter Händlern. Tui hatte am Montagabend mitgeteilt, seine verbliebenen 8,5 Millionen Hapag-Aktien zu verkaufen. Tui nutzte dabei den Kurszuwachs bei Hapag für seinen lang erwarteten Ausstieg.

FUSIONSWELLE HILFT KURS

Die Hapag-Lloyd-Papiere hatten im Zuge der Branchenkonsolidierung in letzter Zeit zunehmend an Wert gewonnen. Tags zuvor war es die Milliardenübernahme von Orient Overseas International aus Hongkong durch die chinesische Container-Reederei Cosco, die die Hapag-Papiere um mehr als 7 Prozent hochtrieb. Diese Übernahme führt laut dem Börsenbriefautor Hans Bernecker zu einer grundsätzlich neuen Einschätzung der Branche.

Aussichten auf eine Aufnahme in den Index für mittelgroße Unternehmen hat Hapag-Lloyd damit aber noch nicht. "Durch die Aktienplatzierung verbessert sie sich deutlich", sagte Index-Expertin Petra von Kerssenbrock von der Commerzbank . Vor allem im Ranking der Marktkapitalisierung sei das Papier nun von Platz 70 auf in etwa Platz 60 hochgerückt und damit auf einem Niveau mit Ado Properties oder Mori. Bis aber die Handelsumsätze stiegen, dürfte es noch dauern. "Soetwas braucht Zeit", sagte die Expertin.

Der Gang aufs Parkett war für Hapag-Lloyd damals übrigens sehr holprig verlaufen: Die Preisspanne, in der Investoren Aktien des Transportunternehmens ordern konnten, war zuerst zwischen 23 und 29 Euro festgelegt und dann auf 20 bis 22 Euro gesenkt worden. Letztlich hatte der Ausgabepreis dann am unteren Ende gelegen.