AKTIE IM FOKUS: Evotec nach Zahlen sehr schwach und weiter schwankungsanfällig

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die seit Oktober stark schwankenden Aktien von Evotec haben am Mittwoch nach Vorlage von Geschäftszahlen und Gewinnmitnahmen deutlich nachgegeben. Zunächst mit Kursaufschlägen gestartet, standen die Anteile des Biotechunternehmens am späten Vormittag als schwächster TecDax-Wert 5,35 Prozent tiefer und kosteten 17,605 Euro.

Die Volatilität war dabei sehr hoch. Im Xetra-Handel schwankte die Aktie am Vormittag zwischen 17,01 Euro und 19,095 Euro - eine Bandbreite von mehr als elf Prozent. Das Papier weist bereits seit einigen Handelstagen extrem hohe Schwankungen auf - oft im zweistelligen Prozentbereich.

Marktbeobachter sprachen aktuell von Gewinnmitnahmen in einem erneut nervösen Handel mit den Evotec-Papieren. Ein negativer Kurstreiber seien die aktuellen Zahlen zwar nicht, allerdings sei der Kurs nun unter die 50-Tage-Durchschnittslinie gerutscht, die bei 18,85 Euro laufe. Somit gerieten sie zusätzlich unter Druck.

Laut Berenberg-Analystin Klara Fernandes übertraf Evotec beim Umsatz des abgelaufenen Quartals die Erwartungen. Diesen stünden jedoch verfehlte Erwartungen an das operative Ergebnis gegenüber, was auf höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten im Zusammenhang mit den jüngsten Zukäufen Cyprotex und Aptuit zurückgehe.

Der Anstieg dieser Kosten sei in den von Evotec bestätigten Jahreszielen nicht berücksichtigt, merkte Fernandes an. Die Expertin hofft nun auf mehr Klarheit in Bezug auf die Kosten für die Übernahmen und wie diese Kosten sich in den kommenden Quartalen entwickeln. Ihr Kursziel von 16 Euro liegt derzeit etwas unter dem aktuellen Kurs.

Die Evotec-Papiere zählen in diesem Jahr mit einem Kursgewinn von fast 140 Prozent zu den Überfliegern im TecDax. Nur Aixtron und Siltronic schneiden noch besser ab. Nach dem Erreichen eines Mehrjahreshochs von 22,50 Euro Anfang Oktober scheint das Kursfeuerwerk der Evotec-Aktien aber erst einmal abgebrannt.

Zwischenzeitliche Kurserholungen werden seitdem schnell wieder für Verkäufe genutzt. Auch wurden in jüngster Vergangenheit Leerverkaufspositionen, mit denen bei fallenden Kursen Geld verdient wird, immer wieder aufgestockt.