AKTIE IM FOKUS: Aussicht auf hohe Ausschüttungen treibt Uniper auf Rekordhoch

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Uniper hat die Anleger am Dienstag mit seinem gestiegenen Optimismus angesteckt. Zudem lieferte die Aussicht auf eine überraschend hohe Dividende Rückenwind. "Uniper hat sich im ersten Halbjahr ausgesprochen solide entwickelt", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Schäfer. Die Aktien der Eon-Beteiligung setzten ihre Rekordrally denn auch am Vormittag mit dem Sprung auf 18,95 Euro fort. Zuletzt führten sie den Index der mittelgroßen Werte MDax mit einem Plus von noch 3,19 Prozent auf 18,78 Euro an.

Die von Uniper nun geplante Dividendenerhöhung um 25 Prozent kam auch bei den Aktionären von Eon gut an. Der Dax-Konzern hält noch fast 47 Prozent an seiner ehemaligen Kraftwerks- und Energiehandelstochter. Eon-Papiere knüpften mit einem Plus von 0,61 Prozent an ihre Erholung der vergangenen Tage an.

Am Markt sei zwar mit einer höheren Ausschüttung als der für 2016 gerechnet worden, allerdings habe die durchschnittliche Schätzung lediglich bei plus 18 Prozent gelegen, erklärte ein Händler. Das Unternehmen selbst hatte bisher mit einer Steigerung um 15 Prozent gerechnet. Auch mit Blick auf die Gewinnentwicklung gab sich Uniper zuversichtlicher. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll nun 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro betragen, nach bislang geschätzten 0,9 bis 1,2 Milliarden.

Vor diesem Hintergrund wundert es kaum, dass Uniper seine Erfolgsgeschichte an der Börse fortschreibt. Mitte September 2016 waren die Papiere bei knapp über 10 Euro erstmals gehandelt worden. Mit einem Plus von deutlich mehr als 80 Prozent sind sie in diesem Zeitraum der stärkste Wert im MDax , der in der gleichen Periode um etwa 18 Prozent zulegte.

Die Aktien profitierten dabei auch von der Hoffnung auf hohe Dividenden, die angesichts des Niedrigzinsumfeldes für viele Anleger verlockend sind. Die für 2017 in Aussicht gestellte Ausschüttung von 250 Millionen Euro entspricht rund 0,68 Euro je Papier. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus wäre das eine Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent.

Zusätzlich hatten Übernahmefantasien den Kurs beflügelt. So war zwischenzeitlich etwa dem Energieunternehmen Fortum in Medienberichten ein Interesse nachgesagt worden. Analysten hatten dies aber auch mit Verweis auf die Finanzkraft der Finnen skeptisch beurteilt. Gegen eine rasche Übernahme von Uniper spricht zudem die Absicht von Eon, sich erst 2018 von den verbliebenen Anteilen trennen zu wollen. Vorher würde es sich aus steuerlichen Gründen nicht lohnen.