AKTIE IM FOKUS 2: Stada auf Rekordhoch - 'Ewige Rendite' lockt Investoren

dpa-AFX

(neu: Kurs, Stimmen und mehr Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine höhere Offerte für die Minderheitsaktionäre von Stada hat den Kurs des Generikaherstellers am Mittwoch auf ein Rekordhoch getrieben. Die Aktien schnellten um rund 10 Prozent auf 89,50 Euro nach oben - und lagen damit weit oberhalb der von den Hauptaktionären Bain und Cinven gebotenen 74,40 Euro je Stada-Aktie. Das wiederum entspricht genau dem Preis, den der Investor Singer und sein Hedgefonds Elliott gefordert hatten. Bain und Cinven halten bisher 64,5 Prozent an Stada, Singer mehr als 15 Prozent.

Damit die Hauptversammlung dem Vertrag zur Beherrschung und Gewinnabführung zustimmt, müssen die Haupteigner dort eine Stimmenmehrheit von 75 Prozent hinter sich bringen. Das Aktionärstreffen soll am 2. Februar 2018 in Frankfurt stattfinden. Sollten Bain und Cinven die notwendige Mehrheit zusammenbekommen, können sie künftig auf die Kasse des MDax-Konzerns zugreifen. Diejenigen Aktionäre, die ihre Stada-Aktien behalten, sollen dem Vertrag zufolge eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,82 Euro brutto bekommen.

Letzteres könnte auch ein Grund sein für die überraschende Kursrally der Aktie, sagte Ulrich Huwald von Warburg Research. Denn aus einer garantierten jährlichen Zahlung von 3,82 Euro je Anteilschein resultiere beim gegenwärtigen Kursniveau eine "ewige Rendite" von rund 4,3 Prozent, sagte der Analyst. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten könne das für Investoren sehr attraktiv sein. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen werfen eine Rendite von knapp 0,4 Prozent ab.

Mit einem Kurs von 88,57 Euro lag die Stada-Aktie auch weit über den Kurszielen von Analysten. Am optimistischsten sind Bernhard Weininger von Independent Research und Volker Braun vom Bankhaus Lampe gestimmt mit Kurszielen von 82 beziehungsweise 81 Euro. Die übrigen Ziele rangieren zwischen 55 und 75 Euro.

Ein weiterer möglicher Grund für den starken Kursanstieg dürfte laut Warburg-Analyst Huwald der geringe Streubesitz der Aktien sein. Nur noch rund 20 Prozent der Papiere sind breit gestreut. Damit ist die Liquidität im Börsenhandel gering, was oft zu größeren Kursausschlägen führt./bek/la/jha/

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