AKTIE IM FOKUS 2: Siltronics Quartalsausblick verhilft zu neuem Erholungsversuch

(neu: mehr Details und Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Solide Quartalszahlen und ein positiver Ausblick auf das zweite Quartal haben am Dienstag den Anlegern von Siltronic <DE000WAF3001> neuen Mut gemacht. Die Aktien zogen spürbar an. Sie hatten sich nach dem Corona-Crash im Februar und März spürbar erholt, bevor sie in den vergangenen zehn Tagen einen Rückschlag erlebten.

Am frühen Nachmittag legten sie um 6,8 Prozent auf 77,62 Euro zu. Sie übersprangen damit erneut die bei knapp über 76,60 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Unter diese waren die Papiere in der vergangenen Woche gefallen. An dieser Marke orientieren sich charttechnisch interessierte Investoren, wenn es um den längerfristigen Trend von Aktien geht.

Im ersten Quartal hatte eine starke Chipnachfrage den Hersteller von Halbleiterwafern gestützt. Zwar sanken die Durchschnittserlöse leicht, doch dies wurde dem Unternehmen zufolge durch einen Anstieg der verkauften Waferfläche fast ausgeglichen.

Die Analysten Veysel Taze vom Bankhaus Lampe sowie Martin Jungfleisch von Kepler Cheuvreux lobten das "solide verlaufene Quartal" sowie den ebenfalls guten Ausblick auf das laufende zweite. Beide erwarten allerdings ein schwächeres zweites Halbjahr. Die Unsicherheit bei Siltronic sei mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sehr hoch, ebenso wie für wichtige Bereiche der Chipindustrie, etwa Automobil und Smartphones, schrieb Jungfleisch.

Laut Taze wird aber ein schwächeres zweites Halbjahr in den Markterwartungen bereits berücksichtigt, auch wenn Siltronic selbst seine Jahresziele von Anfang März nun bekräftigte. Der Barmittelbestand, so hob der Lampe-Experte außerdem hervor, sei jedenfalls solide, um einem längeren Abschwung standzuhalten.

Commerzbank-Analyst Florian Treisch schrieb: Momentan stützt die Aktie vor allem, dass das zweite Quartal noch stark und vor allem besser verlaufen dürfte als in der Halbleiterindustrie allgemein. "Es ist aber zu früh, zu optimistisch zu werden". Die negativen Auswirkungen der Corona-Krise dürften den Wafer-Hersteller nur zeitlich verzögert treffen und die Hoffnung auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte dämpfen, erwartet auch er./ck/mis/jha/

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