AKTIE IM FOKUS 2: Munich Re unter Druck wegen schwacher Zahlen und Dividende

dpa-AFX

(Neu: Mehr Details, Analystenstimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Anleger reagieren am Dienstag enttäuscht auf die Zahlen und die Dividende von Munich Re . Die Papiere des weltgrößten Rückversicherers fielen im Tief bis auf 178,45 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2017. Zuletzt zeigten sie sich mit einem Abschlag von 4,75 Prozent auf 181,45 Euro ein Stück weit erholt. Im bisherigen Jahresverlauf können sie so ein moderates Plus behaupten.

Die Papiere waren mit ihrem Kursrutsch der größte Dax -Verlierer in einem trüben Marktumfeld. Der deutsche Leitindex lag zuletzt mit etwa 2 Prozent im Minus, nachdem Anleger am Vorabend in New York panikartig die Flucht vom Aktienmarkt ergriffen hatten.

Naturkatastrophen brockten dem weltgrößten Rückversicherer 2017 einen noch herberen Gewinneinbruch ein als von Analysten gedacht. Vor allem die Schäden durch die Hurrikane "Harvey", "Irma" und "Maria" hinterließen tiefe Spuren. Hinzu kamen im vierten Quartal hohe Schäden durch die Waldbrände in Kalifornien. Unter dem Strich stand für 2017 ein Überschuss von 375 Millionen Euro zu Buche - nach fast 2,6 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Sami Taipalus von Goldman Sachs sprach in einer schnellen Einschätzung von "schwachen Kennziffern".

Zusätzlich übten Experten Kritik am Dividendenvorschlag, wonach die Aktionäre für 2017 eine lediglich stabile Auszahlung von 8,60 Euro erhalten sollen. Analysten hatten hier im Schnitt mit einer Anhebung gerechnet. JPMorgan-Experte Michael Huttner betonte, dass die stagnierende Dividende auf bereinigter Basis eine nur geringe bereinigte Profitabilität signalisiere. Er resümierte ein insgesamt "schwaches Zahlenwerk" als Folge eines schwierigen Marktumfelds.

Keine Entlastung beim Aktienkurs brachte eine vom Vorstand beobachtete Preiswende in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung. Analyst Kamran Hossain von RBC Capital sah in den Vertragserneuerungsrunden einen Lichtblick. Für weitere Vertragserneuerungen, die im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz oder Axa im Laufe des Jahres anstehen, erwartet Finanzchef Jörg Schneider steigende Preise./tih/stw/fba

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