AKTIE IM FOKUS 2: Linde profitiert von guten Quartalsgewinnen - Fusion im Fokus

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktionäre des Gasekonzerns Linde haben sich am Freitag über besser als erwartet ausgefallene Quartalsgewinne freuen können. Der US-Konkurrent und Fusionspartner Praxair hatte bereits am Vortag mit seinem Zwischenbericht positiv überrascht und zudem die Gewinnprognose angehoben, was der Aktie ordentlich Auftrieb gegeben hatte. Kritische Analystenaussagen gab es nun allerdings zu den Kosten und Synergien im Zusammenhang mit der angestrebten Fusion beider Unternehmen.

Am späten Freitagvormittag legten die zum Umtausch eingereichten Aktien von Linde um 2,83 Prozent auf 188,70 Euro zu - damit waren sie Spitzenreiter im freundlichen Dax , der seinen Rekordlauf fortsetzte.

Linde profitierte auch im dritten Quartal von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien: Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg stärker als von Experten erwartet, während der Nettogewinn nach Anteilen Dritter etwas weniger als befürchtet zurückging. Allerdings bekam Linde erneut den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Der Umsatz zwischen Juli und September ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück.

Indes konnten nicht alle Analysten dem Zahlenwerk Positives abgewinnen. Zwar lägen die Gewinnkennziffern knapp über den Konsenserwartungen, räumte Knud Hinkel von der Investmentbank Equinet ein. Doch das liege vor allem am schwankungsanfälligen Anlagenbau. Dagegen sei das Wachstum im Gasegeschäft schwächer ausgefallen als bei den Konkurrenten Air Liquide und Air Products . Auch Hans-Peter Wodnick vom Analysehaus Alphavalue hatte von Linde deutlich mehr erwartet. Er verwies darauf, dass die Gewinne im Neunmonatsvergleich deutlich zurückgegangen seien.

Wichtiger als der gut ausgefallene Quartalsbericht sei allerdings der angestrebte Zusammenschluss mit Praxair, für den die Kosten höher als erwartet ausfielen, betonte Markus Mayer von der Baader Bank. Sein Kollege Jeremy Redenius vom US-Analysehaus Bernstein Research hält derweil die avisierten Synergien von einer Milliarde US-Dollar durch den Zusammenschluss für zu optimistisch. Positiver fiel hier das Urteil des JPMorgan-Experten Chetan Udeshi aus, dem zufolge die Fortschritte bei den Sparmaßnahmen zuversichtlich stimmten.

Zudem ist die Fusion noch lange nicht in trockenen Tüchern, wie Equinet-Experte Hinkel betonte. Zwar hat laut Linde die neue Holdinggesellschaft aus den beiden Unternehmen von den 24 benötigten kartellrechtlichen Genehmigungen bereits vier erhalten. Mit Russland, Pakistan, Paraguay und der Türkei handele es sich dabei aber nur um kleinere Märkte, auf denen mangels größerer geschäftlicher Überlappungen von Linde und Praxair auch keine Schwierigkeiten erwartet worden seien, so Hinkel. Die problematischen Märkte seien Europa und vor allem die USA./gl/men/she

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