AKTIE IM FOKUS 2: Konzernchef Rorsted dämpft Euphorie bei Adidas

dpa-AFX

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Bäume wachsen auch bei Adidas nicht in den Himmel. Dies zeigte ein Interview mit dem Chef des Sportartikelherstellers, Kasper Rorsted, der angesichts des aktuell guten Laufs vor überzogenen Geschäftserwartungen an die Zukunft warnte. "Es wäre Naivität pur, die Dynamik fortzuschreiben, wie wir sie jetzt erleben", sagte Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Was für das Business gilt, gilt auch für den Aktienkurs: Seit die Papiere vor drei Wochen erstmals in ihrer Geschichte kurz über der Marke von 200 Euro standen, müssen Anleger erkennen, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Sie haben seither rund 7 Prozent an Wert verloren. Auch am Freitag ging es nach dem Interview zunächst als schwächster Dax-Wert um mehr als 1 Prozent nach unten. Letztlich konnte die Aktie ihr Minus aber auf knapp ein halbes Prozent reduzieren, der Schlusskurs lag bei 187,70 Euro.

AUSSAGEN DECKEN SICH MIT ERWARTUNGEN

"Da wird es Jahre geben, die besser laufen und welche, die schlechter laufen", blickte Rorsted in dem Interview voraus. Einem Händler zufolge dürfte der Unterton am Markt zwar zunächst negativ angekommen sein - gleichwohl habe er in den Aussagen insgesamt aber nicht viel Neues erkannt. Ähnlich sieht es auch Commerzbank-Analyst Andreas Riemann, demzufolge sich die Aussagen mit den Markterwartungen decken.

Adidas rechnet 2017 zwar mit dem nächsten Rekordjahr, die mittelfristigen Ziele liegen aber bereits niedriger. Laut aktueller Planung soll der Konzernumsatz 2017 währungsbereinigt um 17 bis 19 Prozent steigen und der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 26 bis 28 Prozent. Für das Jahr 2020 lauten die Zielmarken dann auf der Umsatzseite nur noch 10 bis 12 Prozent, beim Gewinn 20 bis 22 Prozent.

INVESTOREN ERFOLGSVERWÖHNT

Die Aktionäre von Adidas sind in den vergangenen Jahren sehr erfolgsverwöhnt. Die Papiere waren 2015 und 2016 der unangefochten beste Dax-Wert und gehören auch 2017 bisher zur Spitzengruppe. Wer vor drei Jahren eingestiegen ist, hat immer noch den dreifachen Wert im Depot.