AKTIE IM FOKUS 2: Konsumgüter-Sparten von Henkel verderben Anlegern die Laune

dpa-AFX

(neu: Schlusskurse und Kommentar der LBBW)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Folgen des Konkurrenzkampfes im Kosmetikgeschäft und Aussagen über ein herausforderndes Marktumfeld haben am Dienstag den Henkel -Papieren schwer zugesetzt. Mit einem Minus von 4,26 Prozent auf 115,80 Euro waren sie hinter RWE -Aktien der zweitgrößte Verlierer im Dax und rutschten auf den tiefsten Stand seit Ende September.

Analysten monierten vor allem das geringe Wachstum in den Sparten Kosmetik sowie Wasch- und Reinigungsmittel. Da jedoch die Klebstoff-Sparte und die Margenentwicklung stark gewesen und der von Henkel gegebene Ausblick positiv sei, bleibe er bei seiner Kaufempfehlung, schrieb Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank. Er verwies vor allem auf die vom Konzern in Aussicht gestellte Ergebnisentwicklung je Aktie von plus 9 Prozent für 2017.

Ein Händler kritisierte ebenfalls das schwache Wachstum aus eigener Kraft in Henkels Konsumgüter-Segmenten: "In der Beauty-Sparte hatte der Konsens ein Plus von 0,9 Prozent erwartet, aber geliefert wurden nur 0,5 Prozent. Bei Home Care lag die Konsensprognose bei plus 2,9 Prozent, doch Henkel lieferte nur 1,8 Prozent." Ebenso sei am Markt bislang für 2017 mit einer etwas höheren operativen Profitabilität gerechnet worden als Henkel in Aussicht gestellt habe, hob er unter Verweis auf die Konzernprognose für die Ebit-Marge in Höhe von 17,0 Prozent hervor.

"Ein weiteres Quartal hat Henkel die Erwartungen im Bereich Haushalts- und Körperpflegeprodukte verfehlt und für diesen Bereich nun den Ausblick gesenkt", kritisierte auch UBS-Analystin Pinar Ergun. Da die Aktie in jüngster Zeit gut gelaufen sei, kamen für sie die Kursverluste nun jedoch nicht überraschend.

Dr Analyst Matthias Schell von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) machte auf Sonderbelastungen aufmerksam. So seien für die Integration der im vergangenen Jahr übernommenen Sun Products Kosten von 31 Millionen Euro angefallen sowie 91 Millionen Euro für die Restrukturierung. Diese Sonderkosten hätten den operativen Gewinn geschmälert.

Die Henkel-Aktien hatten sich seit ihrem Zwischentief von 111 Euro Ende August bis Anfang November um rund 11,5 Prozent erholt. Seither waren die Gewinne wieder etwas abgebröckelt.