AKTIE IM FOKUS 2: Dermapharm nach gekapptem Erlösziel auf Tief seit Oktober

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(neu: Kurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gesenkte Umsatzziele für 2021 haben am Dienstag die Aktien des Arzneimittelherstellers Dermapharm <DE000A2GS5D8> schwer belastet. Sie büßten als eines der Schlusslichter im SDax <DE0009653386> 5,1 Prozent auf 79,25 Euro ein und fielen auf den tiefsten Stand seit dem 6. Oktober.

Damit trübte sich zugleich auch das Chartbild weiter ein, nachdem die Papiere Anfang November bei 91,35 Euro ein Rekordhoch erreicht hatten. Seither waren sie unter Druck geraten. Zu Wochenbeginn war der Aktienkurs schließlich in einem Ausbruchsversuch nach oben hin an der 21-Tage-Linie abgeprallt und danach unter die 50-Tage-Linie gerutscht. Diese Linien beschreiben den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend.

Grund für die Talfahrt seit dem Rekordhoch ist die Nachricht über ein wirksames Covid-19-Medikament des US-Pharmakonzerns Pfizer <US7170811035>. Aktien von Impfstoff-Herstellern und solchen Unternehmen, die mit diesen zusammenarbeiten und ihnen zuliefern, hatte dies belastet. Dermapharm kooperiert mit dem Vakzinhersteller Biontech <US09075V1026>.

Ein Analyst sprach mit Blick auf die Quartalszahlen und dem Ausblick von Licht und Schatten. Er lobte die Ertragskraft von Dermapharm und die auf 50 bis 60 Prozent angehobene Zielspanne für das operative Ergebniswachstum (Ebitda). Allerdings sieht er in der gekappten Umsatzprognose den Grund für weitere Gewinnmitnahmen.

Jefferies-Analyst Alexander Thiel äußerte sich dennoch alles in allem positiv zu dem SDax-Wert und bekräftigte sein Anlageurteil "Buy". Die vorgelegte Neunmonatsbilanz decke sich mit Blick auf den Umsatz mit seinen Schätzungen und habe zugleich seine Prognose für das operative Ergebnis (Ebitda) übertroffen, schrieb er. Dass Dermapharm die Spanne für das Gewinnziel 2021 anhob, überraschte ihn nicht.

Mit Blick auf das auf 15 bis 20 Prozent gesenkte Ziel für das Umsatzwachstum schrieb Thiel, das Wachstum habe bereits im ersten Halbjahr mit der vorherigen Prognose von 24 bis 26 Prozent nicht Schritt halten können. Die neue Spanne entspreche nun seinen Zahlen. Er begründete zudem: "Das Wachstum wird hauptsächlich durch ungünstige Marktentwicklungen im Parallelimportegeschäft beeinträchtigt", was er nur als "einen kurzfristigen Effekt" ansieht. Er empfiehlt Anlegern daher, sich auf die "hervorragende Cash-Generierung" zu fokussieren.

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