„Aktenzeichen XY … ungelöst“ wird 50: Die drei spannendsten gelösten Fälle

Reinhold Elschot, stellvertretender Programmdirektor des ZDF (links) und „Aktenzeichen XY“-Moderator Rudi Cerne. (Bild: ddp Images).

Am Freitag wird die Kultsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ ein halbes Jahrhundert alt. In dem interaktiven Format des ZDF werden die Zuschauer seit 50 Jahren um Hinweise gebeten, die der Polizei bei der Verbrecherjagd helfen könnten. Und das oft mit Erfolg! Über 40 Prozent der im Fernsehen gezeigten Verbrechen, meist Mordfälle, konnten aufgeklärt werden. Das sind die drei spektakulärsten Fälle.

Der Mord an Lolita Brieger (1982)

Im Jahr 1982 verschwand die 18-jährige Lolita Brieger aus dem Dorf Frauenkron in der Eifel. Immer wieder kam es zuvor zwischen der damals Schwangeren und ihrem Freund zu Streitereien – so auch einen Tag vor dem Verschwinden des Mädchens. Streitpunkt war der Vater von Lolitas Freund; ein reicher Bauer, der die Beziehung der beiden missbilligte und seinen Sohn zur Trennung drängte.

Eines Tages plante Lolita, die Familie ihres Freundes zu besuchen. Eine Arbeitskollegin nahm sie mit dem Auto die Hälfte der Strecke mit, den Rest des Weges wollte Lolita zu Fuß gehen. Es war das letzte Mal, dass Lolita lebend gesehen wurde.

Lolita Brieger verschwand 1982 spurlos. (Bild: ddp Images)

1983 dann der erste Hinweis: Ein Junge fand beim Spielen den Haustürschlüssel der Vermissten am Ortsausang des Dorfes Stadtkyll, rund zehn Kilometer von der Stelle entfernt, an der sie ihre Arbeitskollegin absetzte. Die Ermittler verdächtigten daraufhin Lolitas Freund, der allerdings behauptete, dass diese den Hof seiner Eltern am Nachmittag wieder verlassen hätte. Man konnte ihm nie etwas nachweisen.

Galerie: Rückblick zum 50. Jubiläum von “Aktenzeichen XY… ungelöst”

Bis der Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY“ am 24. August 2011 thematisiert wurde und der Hinweis eines Zuschauers einging. Dieser sollte 29 Jahre nach dem Verschwinden der schwangeren Frau endlich den Fall lösen. Der Anrufer erzählte den Beamten, er hätte Lolitas Freund dabei geholfen, die Leiche seiner Freundin auf einer Müllhalde ihres Heimatortes zu beseitigen. Lolitas Freund wurde daraufhin verhaftet und saß neun Monate in U-Haft. Dann der Schock: Als es 2012 zum Prozess kam, wurde die Tat als Totschlag gewertet, der Mann jedoch freigesprochen, denn die Tat sei mittlerweile verjährt.

Petra Brieger, die Schwester der ermordeten Lolita, vor der Urteilsverkündung gegen Josef K. Sie trägt ein T-Shirt mit einem Bild ihrer Schwester. (Bild: ddp Images)

Der Fall Mark Herbert (2012)

Das Schicksal von Mark Herbert bewegte 2015 die Öffentlichkeit. Der Mann wurde im August 2012 auf einem Volksfest in Offenbach so brutal zusammengeschlagen, dass er fortan vom Hals abwärts gelähmt war. Schon länger hatte die Polizei Sven R. in Verdacht, einen Fußballfan der Offenbacher Kickers, der immer wieder Schlägereien provozierte.

Nachdem der Fall in „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt wurde, meldete sich endlich ein Zeuge mit einem wichtigen Hinweis. Die Polizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf und fasste den Täter. Der brutale Schläger ging bei seinen Opfern immer nach dem gleichem Schema vor: Er suchte sich Betrunkene aus, provozierte einen Streit und schlug dann zu. Im Fall von Mark Herbert schleuderte er ihn gegen eine Wand. Dabei brach sich Herbert drei Nackenwirbel und sein Rückenmark wurde verletzt. Sven R. trat danach zusätzlich auf sein Opfer ein und ließ ihn bewusstlos zurück. Später wurde er wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung zu elf Jahren Haft verurteilt.

Von 1967 bis 1997 moderierte der Journalist Eduard Zimmermann (r.) die ZDF-Sendung. Dann wurde er vom Rechtsanwalt Butz Peters abgelöst. (Bild: ddp Images)

Ein Fall von Kinderpornografie (2010)

Dieser Fall handelte von zwei kleinen Mädchen, die im Jahr 2010 von einem Mann in einer Wohnung, vermutlich in Deutschland, festgehalten wurden. Der Täter missbrauchte die Kinder schwer, stellte anschließend Fotos davon ins Netz. Die Polizei stand unter Druck, die beiden Mädchen zu befreien, doch der Mann konnte nicht identifiziert werden. Bis die Polizei Fotos des Mannes, Bildausschnitte und Details aus der Wohnung bei „Aktenzeichen XY“ zeigte.

Zuschauer konnten den Ermittlern anschließend konkrete Hinweise liefern, sodass die Polizei den Täter kurz darauf fand und die Mädchen befreien konnte. Der Mann war 27 Jahre alt und Erzieher einer kirchlichen Einrichtung. Er vollzog die sexuellen Handlungen mit den Mädchen in der Dachgeschosswohnung eines Einfamilienhauses in Bad Oyenhausen-Werste, in dem er gemeinsam mit seiner Großmutter lebte. Die bekam von alledem nichts mit.

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