Warum Barca und Griezmann von der Trennung profitieren

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Warum Barca und Griezmann von der Trennung profitieren
Warum Barca und Griezmann von der Trennung profitieren

Antoine Griezmann hatte wohl schon immer einen Hang zur ganz großen Show.

Im Sommer 2018 wurde das überdeutlich, als der Franzose in einer eigens für diesen Anlass von Movistar produzierten TV-Show verkündete, wo er im nächsten Jahr spielen wird. “Die Entscheidung” hieß die 30-minütige Sendung, an deren Ende Griezmann sagte: “Ich bleibe.”

Es war eine Entscheidung für Atlético Madrid und gegen den FC Barcelona, der den Offensiv-Star unbedingt nach Katalonien locken wollte. Ein Jahr später gelang das Unterfangen dann doch, am Deadline-Day wurde jedoch überraschend bekannt, dass Griezmann zu Atlético zurückkehrt.

Das, zumindest vorläufige. Ende der Akte Griezmann bei Barca, die mit jener TV-Show ihre ersten Einträge erhalten hatte. 

Barca leiht sich Geld für Griezmann-Transfer

Nach der Absage via TV hatten die Verantwortlichen nicht lockergelassen. Sie wollten Superstar Lionel Messi - von dem damals noch undenkbar war, dass er je ein anderes Trikot als das der Blaugrana tragen würde - einen Gefallen tun und wieder zu einem Anwärter auf den Henkelpott werden. Und da passte Griezmann ideal.

So wirklich flüssig waren die Katalanen zwar schon vor drei Jahren nicht mehr, doch für Griezmann lieh sich der Klub dann doch noch eine Stange Geld. Das Ergebnis: Im Sommer 2019 wechselte der Weltmeister für 120 Millionen Euro ins Camp Nou.

Ein Donnerhall auf dem Transfermarkt, den viele Fußball-Fans und -Experten damals als echten Coup einordneten. Zwei Jahre später wissen wir, dass Griezmann sportlich nie das liefern konnte, was sich Barca von ihm versprach. Und wir wissen, dass Griezmann sogar ein Hauptgrund dafür wurde, dass kein neuer Vertrag mit Messi zu Stande kam.

Griezmann harmoniert nicht mit Messi

Doch so wirklich gut begann das erste Kapitel in der Akte Griezmann nicht, denn der Klub musste sich für die Art und Weise, wie der Transfer zu Stande gekommen war, vor dem Sportgericht in Spanien verantworten. Barca soll sich mit Griezmann über einen Transfer besprochen haben, bevor Atlético darüber informiert wurde.

Messis Abgang: Etwas Besseres konnte Barca nicht passieren

Die Katalanen wurden daraufhin tatsächlich verurteilt. Bei der Höhe der Strafe musste man allerdings einen Tippfehler erwarten: 300 Euro musste Barca zahlen. Es war kein Tippfehler.

Sportlich stotterte der Motor von Griezmann. Er nahm viele verschiedene Positionen im Angriff ein, wurde aber auf keine so recht glücklich. Die Harmonie mit Messi, die schon vor dem Wechsel gegeben schien, war kaum zu sehen. Neun Tore und vier Vorlagen gelangen Griezmann in 35 Ligaspielen. Kein Vergleich zu den Hausnummern, die er bei Atléti aufgelegt hatte.

Barca wollte Griezmann schon früher loswerden

“Es ist schwierig”, gab der Franzose noch während seiner ersten Saison in Katalonien bezüglich einer Harmonie mit Messi zu. Und es blieb schwierig. Die große Hoffnung, dass es sich nur um einen Stotterstart handelte und die zweite Saison den Durchbruch für Griezmann bedeutet, sollte sich nicht erfüllen.

Bei Atlético hatte der Offensivspieler so etwas wie die freie Radikale im ansonsten so klar geregelten Spiel der Colchoneros dargestellt. Bei Barca stand diese Rolle allerdings schon lange Messi zu. Und rund um den Superstar fand Griezmann nie seinen Platz, wie es zuvor Neymar geschafft hatte.

Der überraschende Abschied von Messi in diesem Sommer, der gefühlt ganz Katalonien in Schockstarre versetzt hatte, ist auch mit Griezmann zu verbinden. Barca stürzte sich durch den Transfer noch mehr in finanzielle Schieflage, wie es sowieso schon der Fall war. Der Klub wollte den 30-Jährigen daher loswerden, um eine Verlängerung mit Messi unter Dach und Fach zu bringen. Doch auf die Schnelle fand sich keine Lösung.

“Du bist schuld, dass Messi weg ist”

Wer dachte, dass der Messi-Abgang eine Art Befreiung für Griezmann sein könnte, die sogar ein Happy End bei Barca ermöglichen könnte, der sah sich schon wenige Tage nach der Schock-Nachricht um den Argentinier getäuscht.

Barca nach Messi: Österreicher leitet neue Ära ein

“Du bist schuld, dass Messi weg ist”, schrien Griezmann einige Fans beim Training entgegen. Und auch beim ersten Heimspiel wehte dem einstigen Top-Transfer der Hass und die Enttäuschung einiger Fans entgegen. Daher kam es wohl dem Klub wie dem Spieler gelegen, dass sich am Deadline Day noch ein Deal mit Atlético vereinbaren ließ.

Griezmann wird von Barca ein Jahr lang ausgeliehen - eine Option für ein weiteres Jahr besteht. Am Ende dieser Leihe hat Atlético eine Kaufoption in Höhe von 40 Millionen Euro. Der spanische Meister übernimmt dazu das Gehalt. Es ist wahrscheinlich, dass Griezmann kein Spiel mehr für den FC Barcelona absolvieren wird. Geschlossen ist die Akte aber noch nicht.

VIDEO: 2 nach 10: Griezmann & Co: Warum nicht Bayern?

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