AKP nominiert offiziell Erdogan als ihren Präsidentschaftskandidaten

Recep Tayyip Erdogan tritt für die AKP an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist von seiner islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) offiziell für die Präsidentenwahl am 24. Juni nominiert worden. "Wir ernennen Recep Tayyip Erdogan, den Beschützer der Unterdrückten, zum Kandidaten", rief Ministerpräsident Binali Yildirim am Donnerstag vor der AKP-Fraktion in Ankara. Demnach sprachen sich die 316 AKP-Abgeordneten für die Kandidatur Erdogans aus.

Laut Medienberichten wird der 64-Jährige seine Kandidatur am Freitag offiziell bei der Wahlbehörde registrieren. Am Freitagvormittag will auch die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) ihren Kandidaten bekannt geben. Als Favorit wird der CHP-Abgeordnete Muharrem Ince gehandelt, der in den vergangenen Jahren wiederholt den CHP-Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu herausgefordert hatte, und als guter Redner gilt.

Die rechts-nationalistische IYI-Partei schickt ihre Vorsitzende Meral Aksener ins Rennen, während für die kleine proislamische Saadet-Partei Temel Karamollaoglu antritt. Die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) hat ihren früheren Vorsitzenden Selahattin Demirtas nominiert, obwohl er seit November 2016 unter Terrorvorwürfen in Haft sitzt. Ob seine Kandidatur tatsächlich zugelassen wird, ist noch offen.

In der vergangenen Woche hatte es intensive Gespräche über die Nominierung eines gemeinsamen Kandidaten gegen Erdogan gegeben. Die Saadet-Partei versuchte, den früheren Staatspräsidenten Abdullah Gül als Kandidaten zu gewinnen, doch beharrte Aksener auf ihrer eigenen Kandidatur, und auch Teile der CHP lehnten ihn ab. Am Samstag setzte Gül allen Spekulationen ein Ende und erklärte, nicht als Kandidat anzutreten.