Airberlin will keine Staatsbürgschaft beantragen

Airberlin bietet angeblich höhere Entschädigungen an

Die angeschlagene Fluggesellschaft Airberlin will den Weg aus der Krise ohne staatliche Hilfe schaffen. Das Management von Airberlin habe entschieden, "keine Staatsbürgschaft zu beantragen", erklärte das Unternehmen am Dienstag. Airberlin mache "gute Fortschritte bei der Restrukturierung" und eine Absicherung von Krediten über eine Staatsbürgschaft sei "schlichtweg nicht mehr nötig", erklärte Airberlin-Chef Thomas Winkelmann zur Begründung.

Airberlin habe eine Voranfrage auf eine Bürgschaft gestellt, um alle Möglichkeiten auszuloten, erklärte Winkelmann. "Wir haben jedoch zu keinem Zeitpunkt einen verbindlichen Antrag auf eine Bürgschaft gestellt, und werden auch keinen Antrag stellen." Anfang Juni war bekannt geworden, dass Airberlin bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags gestellt hatte. Auch der Bund beteiligte sich an dieser Prüfung.

Airberlin habe erfolgreiche Nachverhandlungen unter anderem bei Leasingverträgen für Flugzeuge geführt sowie Vertriebskosten gesenkt, hieß es weiter. Dadurch gebe es für 2018 bereits Kosteneinsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Dem Berliner "Tagesspiegel" zufolge, der zuerst über die Entscheidung von Airberlin berichtet hatte, handelt es sich um rund 50 Millionen Euro, um die Airberlin entlastet werde. Demnach wurde unter anderem auch die Bürofläche der Berliner Zentrale um ein Drittel reduziert, sagte der Firmenchef der Zeitung.

Die Voranfragen seien "eine von mehreren möglichen Maßnahmen" gewesen mit dem Ziel, die Kreditkosten zu senken, fuhr Winkelmann fort. Bisher habe das Unternehmen jährlich rund 140 Millionen Euro allein für Zinsen ausgeben müssen. Airberlin steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012.

Zuvor war am Dienstag bekannt geworden, dass die Bundesregierung ohnehin Hürden für eine Staatsbürgschaft für Airberlin sieht. Sie wolle die Bürgschaft nur vergeben, wenn es eine "hinreichende Gewähr" für die Sicherheit der Steuergelder gebe und ein tragfähiges Zukunftskonzept vorliege, zitierten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" aus einem Bericht an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages.

Airberlin sah sich in den vergangenen Tagen gezwungen, Sorgen der Kunden um ihre Tickets und Flüge zu zerstreuen. "Selbstverständlich sind die Flüge bei uns sicher und Reisende können beruhigt bei uns buchen", sagte Airberlin-Sprecherin Theresa Krohn in der vergangenen Woche.