Airbag-Lederkombis: Spidi folgt Dainese und Alpinestars

Sebastian Fränzschky
Spidi entwickelt eine Airbagkombi für die WSBK-Piloten: Leon Camier testet den Prototyp bereits, Marco Melandri möchte erst Ende des Jahres damit fahren

Durch die Airbag-Pflicht in der MotoGP stehen die Hersteller der Sicherheitsausrüstung unter Druck, eigene Systeme zu entwickeln. Dainese und Alpinestars sind beim Thema Airbag führend und bieten Nachrüstlösungen für Lederkombis anderer Hersteller an, doch langfristig dürfte jeder Hersteller ein eigenes System verwenden. Spidi bietet den Endverbrauchern noch keine Kombis mit integrierten Airbags, doch in der MotoGP und in der Superbike-WM wird eifrig getestet.

Honda-Pilot Leon Camier absolvierte in der laufenden Saison schon einige Tests und lieferte Spidi wertvolle Informationen. Doch ausgerechnet beim Horrorsturz in Aragon fuhr der Brite ohne den Airbag. "Ich verwendete nicht den Airbag", bestätigt Camier im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Das System ist noch ziemlich neu. Spidi entwickelt ein eigenes System. Wir testeten den Airbag und versuchten, ihn weiter zu entwickeln. Ich denke, er funktioniert mittlerweile ziemlich gut. Wir befinden uns aber nach wie vor in der Testphase", berichtet Camier.

"Ich fuhr noch keine Rennen damit. Wir probierten die Kombi in den Freien Trainings und im Qualifying", schildert der Honda-Pilot. "Es gibt verschiedene Varianten. Das von Spidi verwendete System funktioniert im Nacken- und Schulterbereich, um das Schlüsselbein zu schützen. Andere Hersteller haben Airbagsysteme, die auch die Seiten und die Hüfte abdecken. Meiner Meinung nach reicht unser System. Ich möchte nicht mehr. Vielleicht schauen wir uns später noch den Bereich der Rippen an."

"Ich könnte jederzeit damit Rennen fahren. Es gibt im Moment verschiedene Formen. Wir müssen sicherstellen, dass die Kombi richtig sitzt", betont Camier. Ducati-Werkspilot Marco Melandri vertraut ebenfalls auf Spidi-Kombis, zeigte bisher aber wenig Interesse, mit dem Airbag zu fahren.

"Ich habe es noch nicht probiert. Ich weiß, dass sie in der MotoGP ein System haben, doch ich testete es noch nicht", gesteht Melandri, der erstaunt ist, dass Camier bereits damit testet. "Er verwendet es? Ah, das wusste ich nicht. Vielleicht verwende ich es gegen Ende der Saison", so Melandri.