Air Berlin könnte sich an Transfergesellschaft für Mitarbeiter beteiligen

Transfergesellschaft für Air-Berlin-Mitarbeiter möglich

Für die Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte doch noch eine Transfergesellschaft gebildet werden. Der Berliner Senat bestätigte am Dienstag den Eingang einer E-Mail des Unternehmens an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), in der Air Berlin eine mögliche finanzielle Beteiligung an einer Transfergesellschaft signalisiert. Diese neue Entwicklung bei Air Berlin werde "begrüßt", sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen.

Das Land Berlin sei "sehr daran interessiert, Personal von Air Berlin kurzfristig zu rekrutieren", betonte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Eine Transfergesellschaft sei dabei sinnvoll und hilfreich, Voraussetzung sei aber, dass sich Air Berlin und der Betriebsrat über die Gründung einer solchen Gesellschaft verständigten.

Staatlich gestützte Transfergesellschaften sollen soziale Härten bei Kündigungen abfedern, indem entlassene Mitarbeiter eine Übergangsanstellung erhalten. Aus dieser heraus können sie sich für neue Jobs bewerben.

Dem Berliner Finanzministerium zufolge werden derzeit "alle Situationen durchgespielt", um den Finanzierungsbedarf auszuloten. Letztlich hänge die Höhe davon ab, was mit Air Berlin passiere und wieviele Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln, sagte ein Sprecher. Die insolvente Airline soll zu großen Teilen von der Lufthansa übernommen werden, es laufen aber noch Verhandlungen mit dem britischen Flieger Easyjet. Außerdem ist noch unklar, was mit der Tochterfirma Air Berlin Technik passiert.

Mit einer organisierten Protestaktion hatten am Montag mehrere hundert Beschäftigte von Air Berlin Druck auf den Arbeitgeber gemacht. Auch sie forderten angesichts ihrer unsicheren Lage die Gründung einer Transfergesellschaft.