Air Berlin gibt bis zu zehn Millionen Euro für Transfergesellschaft

Die Chancen für eine Transfergesellschaft für Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sind gestiegen. Bis zu zehn Millionen Euro aus der Insolvenzmasse sollen in die Gesellschaft fließen, wie der Gläubigerausschuss beschloss

Die Chancen für eine Transfergesellschaft für Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sind gestiegen. Bis zu zehn Millionen Euro aus der Insolvenzmasse sollen in die Gesellschaft fließen, wie der Gläubigerausschuss am Dienstag beschloss. Freigegeben wird das Geld, wenn auch weitere Beteiligte "Deckungsbeiträge erbringen", wie aus der Mitteilung von Air Berlin hervorging.

Derzeit laufen Verhandlungen über die Gründung einer Transfergesellschaft zwischen dem Bund, Berlin und Nordrhein-Westfalen, wo Air Berlin größere Standorte hat. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der "Berliner Morgenpost" vom Dienstag, die drei Parteien seien weiterhin zur Finanzierung bereit. Demnach würde sich die Landesregierung in Düsseldorf mit den Kosten für Beratung und Verwaltung beteiligen.

Die beteiligten Firmen müssten aber zumindest die Kosten für die Sozialversicherungsbeiträge zahlen, forderte Laumann. Dies entspreche einem Anteil von etwa 40 Prozent der Lohnkosten der Beschäftigten. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt das sogenannte Transfer-Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes.

Die Gewerkschaft Verdi fordert seit dem 20. September eine Transfergesellschaft und kritisierte seitdem mehrfach, dass die Lufthansa als Käufer eines großen Teils von Air Berlin sich aus der Verantwortung ziehe. Die Lufthansa mache "enorme Schnäppchen mit Flugzeugen und Slots, aber für die Beschäftigten hat sie kein Geld übrig". Das Unternehmen will lediglich die Beschäftigten der nicht insolventen Firmen Niki und Walter übernehmen; Air-Berlin-Mitarbeiter sollen sich zudem auf rund 1500 Stellen bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings bewerben.

Staatlich gestützte Transfergesellschaften sollen soziale Härten bei Kündigungen abfedern, indem entlassene Mitarbeiter eine Übergangsanstellung erhalten. Aus dieser heraus können sie sich für neue Jobs bewerben.