Air Berlin: Über 100.000 Fluggäste bleiben auf den Kosten sitzen

Air Berlin: Über 100.000 Fluggäste bleiben auf Kosten sitzen

Am 15. August 2017 meldete Air Berlin Insolvenz an. Wer vorher ein Ticket bei der Fluggesellschaft gebucht hatte, bekommt sein Geld wahrscheinlich nicht zurück. Betroffen sind wohl mehr als 100.000 Fluggäste, die sich in die lange Schlange der Gläubiger einreihen müssen.

Pech für Kunden von Air Berlin, die bleiben auf ihren gebuchten Tickets nämlich sitzen. Umbuchen lässt sich der Flug auch nicht. Wie die "Rheinische Post" mit Bezug auf Unternehmenskreise von Air Berlin berichtet, betrifft das über 100.000 Passagiere. Vor allem für Menschen, die teure Langstreckenflüge im Voraus gebucht haben, ist das äußerst ärgerlich. Erst am 28. September 2017 gab Air Berlin auf seiner Homepage bekannt, sein Langstreckenangebot bis Mitte Oktober vollständig zu beenden. Seit Freitag sind außerdem die Verbindungen zwischen Hamburg und München sowie zwischen Köln/Bonn und München annulliert.

Fluggäste, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Tickets gebucht haben, bekommen den vollen Flugpreis rückerstattet. Alle anderen nicht. Air Berlin erklärt auf seiner Homepage: "Wenn die Buchung vor dem 15. August 2017 getätigt wurde, ist keine Erstattung möglich. Betroffene Passagiere können Ihre Forderung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenztabelle anmelden." Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften seien nicht möglich.

Was bedeutet das für betroffene Fluggäste? Sie können sich zur Insolvenzmasse hinzugesellen und zusammen mit den anderen Gläubigern darauf hoffen, nach vollständiger Abwicklung des Insolvenzverfahrens einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen.

Allerdings werden bei Insolvenzverfahren zunächst die sogenannten Massegläubiger entschädigt. Das sind die Gläubiger, die aufgrund gegenseitiger Verträge eine Sonderposition einnehmen und vom Insolvenzverwalter bevorzugt werden. Die Fluggäste gehören zu den sogenannten Insolvenzgläubigern und müssen unter sich aufteilen, was übrig bleibt – und das ist wahrscheinlich nicht sehr viel. Allerhöchstens 10 Prozent des Kaufpreises bekommen sie zurück, schätzen Experten laut "Rheinischer Post".