Ägyptischer Milliardär legt sein halbes Vermögen in Gold an

Naguib Sawiris wurde mit Investitionen in der Mobilfunkbranche reich. (Bild: AP Photo)

Seit langem schon pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die Weltwirtschaft steuert ungebremst auf den nächsten Crash zu. Ein Superreicher vom Nil trifft bereits Vorsorge, um eine Privatpleite abzuwenden. Andere Vermögende könnten nachziehen.

In Zeiten von Bitcoin und anderen Kryptowährungen gelten Edelmetalle nicht gerade als die heißeste Anlageform zwischen Frankfurt und der Wall Street. Sie werfen ganz einfach zu wenig Rendite ab. Dem ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris scheint dies nichts auszumachen. Wie nun bekannt wurde, hat der 63-Jährige sein halbes Vermögen in Gold investiert.

In einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Bloomberg“ erklärte der zweitreichste Mann Ägyptens nun, warum er auf altmodisches Gold als Kapitalanlage setzt. Seiner Meinung nach sei der Aktienmarkt überbewertet, was auf einen baldigen Kollaps desselben hindeute. „In Krisenzeiten wenden sich Menschen dem Gold zu“, sagte Sawiris.

Der aktuelle Goldkurs von rund 1.300 Dollar (ca. 1.086 Euro) pro Unze würde schon bald auf 1.800 Dollar (ca. 1.506 Euro) steigen. Sollte dies zutreffen, würde Sawiris mit seinem jetzigen Schachzug nicht nur seinen Wohlstand absichern. Er würde auch ordentlich Gewinn einstreifen. Denn Sawiris soll die Hälfte seines Vermögens, das auf 5,7 Milliarden Dollar (ca. 4,8 Milliarden Euro) geschätzt wird, in Gold investiert haben.

Naguib Sawiris ist der zweitreichste Mann Ägyptens. (Bild: AP Photo)

Würde sich der Goldkurs wirklich, wie von dem Ägypter prophezeit, um rund 40 Prozent nach oben entwickeln, dann würden Sawiris‘ investierte 2,4 Milliarden Euro auf 3,4 Milliarden Euro anwachsen. Damit würde der Investor, der mit Anteilen an dem Mobilfunk-Unternehmen Orascom reich wurde, in nur wenigen Jahren eine satte Milliarde Gewinn erzielen. Und das ohne die Risiken, die eine Anlage in Bitcoin oder andere Kryptowährungen mit sich bringt.

Mehrere Wirtschaftsexperten, darunter der als „Mr. Dax“ bekannt gewordene Börsenmakler Dirk Müller sowie der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller, prognostizieren einen baldigen Crash der internationalen Finanzmärkte. Das nach Shiller benannte Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wies bereits im Januar 2018 Werte auf, wie sie zuletzt im Schicksalsjahr 1929 kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise gemessen wurden.

Wer sich selbst mit Gold eindecken möchte: Eine Unze Krügerrand kostete am Vormittag des 4. Mai 1.112 Euro. Die beliebte Anlegermünze gibt es in verschiedenen Onlineshops sowie bei Edelmetallhändlern. Der aus Südafrika stammende Krügerrand existiert seit 51 Jahren und ist die meist verkaufte Goldmünze der Welt. Mit einem Gewicht von 31 Gramm pro Münze ist sie gewichtsmäßig zwar schwerer als ein immaterieller Bitcoin, dafür aber als Krisenabwehrmittel in schwierigen Zeiten durchaus bewährt.