Agrarpolitiker der Union fordern EU-weite verpflichtende Haltungskennzeichnung

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Schwein

Die Agrarfachleute der Unionsfraktion im Bundestag fordern eine in der ganzen EU geltende Haltungskennzeichnung bei tierischen Produkten - analog zur Eierkennzeichnung. "Grundvoraussetzung für angemessene Preise sind Vertrauen und ein positives Image", sagte der agrarpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Albert Stegemann (CDU), am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Eine "verständliche und verbindliche Herkunftskennzeichnung" solle vorn auf der Lebensmittel-Verpackung stehen.

Die Agrarfachleute der Unionsfraktion im Bundestag verabschiedeten kürzlich ein Positionspapier mit Maßnahmen, um die Wertschöpfung für die heimischen Landwirte zu stärken. Sie fordern darin auch eine zentrale Agrar- und Lebensmittelmarketing-Agentur in Deutschland. Beteiligt werden müssten alle relevanten Akteure in der Lebensmittelkette, heißt es in dem AFP vorliegenden Papier. "Wir müssen für heimische regionale Produkte in Deutschland, aber auch in der Welt, werben", heißt es.

Die Unionspolitiker stellen fest, dass unter anderem die Marktmacht des Handels und der weiterverarbeitenden Ernährungsindustrie dazu führen, dass die Preise für Lebensmittel in Deutschland gemessen an einer Vollkostenrechnung zu niedrig und damit nicht nachhaltig sind. Sie betonen aber, dass Angebot und Nachfrage in der Lebensmittelbranche "der beste Weg zur Preisfindung" seien und deshalb beibehalten werden sollten. "Dazu gehören auch ein gemeinsamer EU-Markt und der internationale Handel", sagte Stegemann. "Wer dies in Frage stellt, hilft weder Landwirten noch Verbrauchern, sondern schadet ihnen langfristig."

In ihrem Positionspapier schlagen die Unionspolitiker vor, eine "angemessene Vergütung" durch "intelligente Anreiz- und Fördersysteme" voranzutreiben. Staatliche Eingriffe in den Markt sollten stets das letzte Mittel sein. Auch die Ziele einer nachhaltigen Agrarpolitik in den Bereichen Klima-, Umwelt-, Insekten-, Wasser-, Boden-, und Artenschutz müssten über neue Geschäftsmodelle erreicht werden können, fordern die Fachpolitiker.

Stegemann sagte, die Unionsfraktion wolle sich in enger Abstimmung mit den Ländern auch dafür einsetzen, dass im Schulunterricht die Arbeit der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft "realistisch, ausgewogen und zeitgemäß" vermittelt wird. "Wir dürfen dieses Feld nicht irgendwelchen selbsternannten Experten überlassen, die weder demokratisch legitimiert sind, noch Ahnung von Landwirtschaft haben."

ilo/hcy