Afghanistan: "Wir wollten einen Staat aufbauen, eine Nation konnten wir nicht schmieden."

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Der oberste Chef der US-Generalstäbe hat den 20-jährigen Krieg in Afghanistan als ``strategischen Misserfolg'' bezeichnet. Anlass seiner Aussage war eine Anhörung im Senat über den chaotischen Rückzug der Amerikaner aus dem Land. Militärische Befehlshaber und ihre zivilen Vorgesetzten gaben sich bei der Anhörung die Klinke in die Hand.

Ich denke, unsere Glaubwürdigkeit bei Verbündeten und Partnern steht in aller Welt auf dem Prüfstand, und auch unsere Gegner schauen sehr genau hin, in welche Richtung sich die Sache entwickelt. Ich denke, dass Wort "Schaden" ist dafür angemessen.

General Mark Milley
Vorsitzender der vereinten Generalstäbe

Wir haben beim Aufbau eines Staates geholfen, eine Nation konnten wir nicht schmieden. Dass die afghanische Armee einfach zerfiel – oft, ohne einen Schuss abzugeben - hat uns alle überrascht, und es wäre unredlich, etwas anderes zu behaupten.

Lloyd Austin
US-Verteidigungsminister

General Milley, Chef der US-Generalstäbe, spekulierte über die möglichen Konsequenzen des Abzugs für die westliche Welt.

Eine neu formierte Al-Qaida oder ISIS mit dem Ziel, die Vereinigten Staaten anzugreifen, ist eine sehr reale Möglichkeit. Die Voraussetzungen dafür könnten gerade in den bestimmten Gebieten Afghanistans in den nächsten 12 bis 36 Monaten gegeben sein. Unsere Mission, weiter das amerikanische Volk zu schützen, wird jetzt viel schwieriger, aber nicht unmöglich.

General Mark Milley
Vorsitzender der vereinten Generalstäbe

Ziel der Anhörung ist eine Gesamtbewertung der US-Politik in Afghanistan. Sie könnte aber auch gegen den amtierenden Präsidenten genutzt werden, der die Konsequenzen der Entscheidungen seiner Vorgänger zu tragen hat.

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