Afghanistan: Viele Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee in Kandahar

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Nur eine Woche nach dem letzten Anschlag dieser Art gab es die nächste Attacke auf eine Moschee während des Freitagsgebets (Bild: Murteza Khaliqi/Anadolu Agency via Getty Images)
Nur eine Woche nach dem letzten Anschlag dieser Art gab es die nächste Attacke auf eine Moschee während des Freitagsgebets (Bild: Murteza Khaliqi/Anadolu Agency via Getty Images)

Mindestens 32 Menschen sind bei einer Serie von Selbstmordanschlägen auf eine schiitische Moschee in der südafghanischen Stadt Kandahar getötet worden. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur Bachtar am Freitag mit. Die UN-Mission in Afghanistan (Unama) hatte zuvor in einem Tweet von mindestens 30 Toten gesprochen. Andere Quellen nannten am Freitagabend (Ortszeit) mindestens 40 Tote. Mindestens 68 Menschen seien zudem verletzt worden, so Bachtar weiter.

Zu dem Anschlag während des Freitagsgebets bekannte sich zunächst niemand. Unklar war auch der Tathergang. Arif Rahmani, ein Schiit und früheres Mitglied eines afghanischen Regionalparlaments, schrieb auf Twitter, von fünf Selbstmordattentätern hätten es drei in die Moschee geschafft und sich nacheinander inmitten von Betenden in die Luft gesprengt. Eine Augenzeugin sagte, drei Männer seien ursprünglich in die Tat verwickelt gewesen. Zwei seien in die Moschee eingedrungen, ein dritter sei von einem Wachmann getötet worden.

Erst am vergangenen Freitag waren bei einem Anschlag auf eine Moschee schiitischer Hazara in der Stadt Kundus im Norden Afghanistans mehr als 40 Menschen getötet und mehr als 140 verletzt worden. Die mit den herrschenden Taliban verfeindete sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Immer wieder Angriffe auf Schiiten

Der IS hatte bereits in der Vergangenheit schiitische Muslime und deren Einrichtungen in Afghanistan angegriffen. Doch auch die Taliban gehen immer wieder gewaltsam gegen Schiiten und insbesondere Hazara vor. Aktuell werden Tausende Hazara durch Talibankämpfer aus ihren Häusern vertrieben.

Zu den Attacken des IS kam es vor allem in der Hauptstadt Kabul und in den östlichen Provinzen Nangarhar und Kunar. Zuletzt hatte der IS unter anderem einen verheerenden Anschlag Ende August am Flughafen Kabul während der noch laufenden internationalen militärischen Evakuierungsmission mit nach Medienberichten fast 200 Toten für sich reklamiert.

Mitte August haben die Taliban die Macht in Afghanistan militärisch übernommen. Armee und Polizei zerfielen, Vertreter der Regierung flohen. Die Islamisten riefen eine Regierung aus. Diese sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, darunter, für Sicherheit im Land zu sorgen.

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