Afghanistan: Mutter meistert Prüfung trotz ungewöhnlicher Umstände

Symbolbild (Bild: Getty Images)

Bevor Jahantap Ahmadi überhaupt mit der Aufnahmeprüfung für die Universität Daikondi anfangen konnte, hatte sie bereits Einiges hinter sich. Zwei Stunden war sie mit ihrer zweimonatigen Tochter Khezran durch die Hitze gelaufen und saß neun Stunden in einem Bus, bevor die für sie so wichtige Prüfung anfing. Die 25-Jährige hat große Ziele, will Ärztin werden und sich und vielen andern Frauen in Afghanistan beweisen, dass sie schaffen kann, was sie sich vorgenommen hat.

So saß sie also schließlich in dem sandigen Hof, in dem die Prüfung stattfand. Der “BBC“ sagte sie später: “Es war heiß, ich habe geschwitzt, also habe ich mich in den Schatten hinter meinem Stuhl gesetzt, um das Baby vor dem Sonnenlicht zu schützen.“ Immer wieder musste sie das schreiende Baby trösten und hatte dabei nur eine Angst: Dass die Prüfungsaufseher sie wegschicken würden, damit niemand durch das Schreien gestört würde.

Dass sie es schaffte, sich gleichzeitig um ihr Kind zu kümmern und sich auf den Test zu konzentrieren, beeindruckte einen der Aufseher derart, dass er die Szene fotografierte und die Bilder postete. Dadurch wurde die afghanische Frauenrechtsaktivistin Zahra Yagana auf die junge Frau aufmerksam.

Sie kontaktierte sowohl die afghanische Politikerin Farkunda Zahra Naderi wie den Vize-Präsidenten Sarwar Danish und sicherte damit die Zukunft der jungen Frau: Beide erklärten sich bereit, sowohl die Kosten für das Studium wie auch die Miete von Ahmadis Familie in Kabul zu übernehmen. Weil die willensstarke Afghanin ein “Symbol für Frauen und für Bildung“ sei, wie die “India Today“ schreibt. Den Aufnahmetest hat sie mit 152 von 200 Punkten übrigens locker bestanden.

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