Afghanistan-Abzug der Bundeswehr am Donnerstag geplant

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Ankunft einer deutschen Militärmaschine mit afghanischen Geflüchteten in Taschkent, Usbekistan.
Ankunft einer deutschen Militärmaschine mit afghanischen Geflüchteten in Taschkent, Usbekistan.

Wie „Bild“ und „Spiegel“ übereinstimmend berichten, will die Bundeswehr am Donnerstag, dem 26. August, ihren Evakuierungs-Einsatz in Kabul beenden. Die Sicherheitslage, die sich stetig verschlechtere, mache es fast unmöglich, noch Menschen an den Flughafen zu holen, heißt es im „Spiegel“.

Die USA wollen ihre Truppen am 31. August abziehen – und haben dem „Spiegel“-Bericht zufolge bereits signalisiert, dass sowohl die Bundeswehr als auch die anderen Nationen, deren Militärs dort eine Evakuierungsmission durchführen, sich mindestens 48 Stunden vorher vom Flughafen Kabul zurückziehen sollen.

Die Bundeswehr hatte bereits am Dienstag berichtet, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Kabul unterwegs seien. Ähnlich hatte sich US-Präsident Joe Biden geäußert. Praktisch täglich versuche ein örtlicher Ableger des IS, den Flughafen anzugreifen, hatte er erklärt. Die Terrormiliz sei auch ein „erklärter Feind“ der militant-islamistischen Taliban.

Wie groß ist das Zeitfenster? Kramp-Karrenbauer will nicht spekulieren

Die Sicherheitslage rund um den Flughafen von Kabul spitzt sich wenige Tage vor dem mutmaßlichen Ende der militärisch gesicherten Evakuierungen erheblich zu. Die deutsche Botschaft in Afghanistan und andere Stellen warnen vor Terrorgefahr rund um den Airport der afghanischen Hauptstadt. „Aufgrund der Sicherheitsbedrohungen vor den Toren des Flughafens Kabul raten wir US-Bürgern, derzeit nicht zum Flughafen zu reisen und die Tore des Flughafens zu meiden“, teilte die US-Botschaft in der Nacht zu Donnerstag mit – ohne die Bedrohungslage genauer zu benennen. Gleichzeitig schwindet die Zeit für die Evakuierungen.

US-Bürger, die sich derzeit am Abbey Gate, East Gate oder North Gate aufhielten, sollten das Gebiet „sofort“ verlassen, warnte die US-Vertretung in Kabul. Die britische Regierung forderte Bürgerinnen und Bürger in der Nähe des Flughafens auf, sich an einen sicheren Ort zu begeben und auf weitere Anweisungen zu warten. Sie sprach in ihren Reisehinweisen am Mittwoch von einer „weiterhin hohen Bedrohung durch Terroranschläge“. Die deutsche Botschaft warnte in einem Schreiben an deutsche Staatsbürger vor Schießereien und Terroranschlägen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wies auf den steigenden Zeitdruck hin. Das – von ihr nicht näher definierte – Zeitfenster für Evakuierungen werde auch deshalb kleiner, „weil die Bedrohungslage sehr konkret mit Blick auf terroristische Anschläge auf die, die evakuiert werden sollen, aber auch auf die Soldatinnen und Soldaten, größer wird“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“.

jb/ dpa

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