"Affenzirkus": Rassismus-Wirbel um Aubameyang

Stefan Schnürle, Martin van de Flierdt
Pierre-Emerick Aubameyang hat via Instagram eine Rassismus-Debatte vom Zaun gebrochen

Schwere Vorwürfe von Pierre Emerick-Aubameyang: Der Stürmer von Borussia Dortmund hat mit einem Instagram-Post eine Rassismus-Debatte entfacht.

Aubameyang wirft Carlo Wild, dem Chefreporter des Kicker, vor, ihn rassistisch beleidigt zu haben.

"Affenzirkus" als Stein des Anstoßes

Dieser hatte ihn in der Sendung Kicker.tv scharf kritisiert und gesagt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Auba diesen Affenzirkus in München aufziehen könnte."

Das Wort "Affenzirkus" interpretierte Aubameyang als rassistische Beleidigung.

Der Gabuner schrieb in seinem Post: "In diesen Tagen werde ich viel von deutschen Journalisten attackiert, wobei sie sich bis heute korrekt verhielten. Ich denke, dieser Reporter hätte ein anderes Wort als 'Affenzirkus' verwenden können."


Dazu fügte Aubameyang einen Screenshot einer Google-Suche des Wortes "Affenzirkus" bei. Der erste Bild-Treffer war dabei ein Schimpanse mit Hakenkreuzbinde am Arm, der einen Hitlergruß zeigt. 

Wild schildert seine Sicht der Dinge

"Wer mich kennt, wird wissen, dass ich mit Rassismus rein gar nichts zu tun habe. Das wäre das Allerletzte", erklärte Wild im Gespräch mit SPORT1. "Ich habe durch den Fußball Menschen aus allen Kontinenten getroffen. Und einer ist mir so recht wie der andere."

Er habe auch nichts gegen den Menschen Aubameyang. "Es war nie und nimmer meine Absicht, ihn zu beleidigen. Nicht im Geringsten, um Gottes Willen", sagte der Reporter weiter. "Ich wollte nur darstellen, dass seine Extravaganzen beim FC Bayern nicht geduldet würden, weil Leute wie Manuel Neuer, Thomas Müller oder auch die Oldtimer Franck Ribery oder Arjen Robben das mit Sicherheit gebremst hätten."

Das Wort "Affenzirkus" sei in Deutschland im gängigen Sprachgebrauch. "Ich hätte auch Kasperletheater sagen können", meinte Wild, der selbst zwei Jahre im Ausland gelebt hat. "Ich bin völlig überrascht, dass diese Angelegenheit jetzt eine solche Wende bekommt." Ähnlich äußerte sich der Journalist in einer Stellungnahme des kicker.


Die Redewendung "einen Affenzirkus veranstalten" bedeutet so viel wie "viel Getue um eine Sache machen". Sie beruht auf einer ausgestorbenen Jahrmarkt-Attraktion aus dem 19. Jahrhundert, bei der verkleidete Affen Kunststücke aufführten.

Aubameyang erhält Rückendeckung seiner Teamkollegen

Aubameyang schloss seinen Post mit den an seine Fans gerichteten Worten: "Ich überlasse es euch, darüber zu urteilen."

Unterstützung erhielt er von seinen BVB-Mannschaftskameraden Marc Bartra, Christian Pulisic und Maximilian Philipp, die dem Post mit einem "Like" versahen.

Auch Franck Ribery vom FC Bayern schloss sich an.