Affäre um Stormy Daniels: Trump soll Zahlung erstattet haben

Mit dem Skandal um die Pornodarstellerin Stormy Daniels hat US-Präsident Donald Trump womöglich noch lange zu tun. Er soll seinen Anwalt Michael Cohen entschädigt haben, der 130.000 Dollar an Daniels gezahlt hatte, um - wie sie angibt - ihr Stillschweigen über eine mögliche Affäre mit Trump zu sichern.

Das erklärte Trumps neuer Rechtsberater und ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani am Mittwochabend (Ortszeit) im Sender Fox News: "Das war Geld, das von seinem Anwalt bezahlt wurde, wie ich es auch machen würde, aus den Geldern der Anwaltskanzlei oder was auch immer, das spielt keine Rolle. Der Präsident hat es über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstattet." Giuliani ist seit kurzem Teil von Trumps Anwaltsteam.

Widersprüchliche Aussagen

Trump habe allerdings keine Kenntnis über die Einzelheiten oder den genauen Zeitpunkt gehabt, so Giuliani. "Aber er wusste von der allgemeinen Vereinbarung, dass Michael sich um die Dinge kümmern würde, so wie ich mich um solche Dinge für meine Klienten kümmere. Ich belaste sie nicht mit allem, was kommt. Das sind viel beschäftigte Leute."

Im April hatte Trump aber vor Journalisten an Bord des Flugzeugs Air Force One angegeben, von der Zahlung an die heute 39-Jährige nichts gewusst zu haben. Daniels, mit bürgerlichen Namen Stephanie Clifford behauptet, sie habe 2006 eine Affäre mit dem US-Präsidenten gehabt - das bestreitet Trump.

Wahlkampf 2016

Daniels hatte das Geld von Cohen kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 erhalten, das bestätigte der Anwalt selbst. Dies macht den Fall in den USA so brisant: Viele fragen sich, ob es sich dabei um eine illegale Wahlkampffinanzierung handeln könnte. Das bestreitet Giuliani, alles sei "absolut legal" abgelaufen.

Anfang April durchsuchte das FBI das Büro , die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens.

Der Anwalt von Stormy Daniels, Michael Avenatti, sagte dem Sender MSNBC am Mittwoch, Giulianis Äußerungen machten ihn sprachlos. Das amerikanische Volk sei über Monate belogen worden. Dasselbe schrieb er auch auf Twitter.