Affäre um deutschen EU-Spitzenpolitiker zeigt Brüssels größtes Problem

Leonhard Landes
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und sein neuer Generalsekretär Martin Selmayr.

Der französische Journalist Jean Quatremer spricht dieser Tage von der Brüsseler Bürokratie als “Bananen-Republik”. 

Quatremer hatte in der französischen Tageszeitung “Libération” als Erster Zweifel darüber angemeldet, dass bei der Ernennung des deutschen Politikers Martin Selmayr zum Generalsekretär der EU-Kommission alles mit rechten Dingen zuging. Er sprach gar vom “Staatsstreich”.

Der EU-Skandal um Selmayr legt die dunkelsten Seiten der Europäischen Union offen. Wir bringen “Selmayrgate” auf den Punkt.

Wer Martin Selmayr ist:

Martin Selmayr (parteilos, gilt als CDU-nah) war bis vor Kurzem der Stabschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. 

► Am 21. Februar verkündete Juncker dann der Presse: Selmayr werde sein neuer Generalsekretär. Die Personalie war eine Überraschung. Dass der bisherige Generalsekretär Alexander Italianer in den Ruhestand gehen wollte, war nicht bekannt.

Selmayr gilt als Machtpolitiker. Er trägt Spitznamen wie der “Frank Underwood der Kommission” oder “Junckers Monster”. Journalist Quatremer berichtet im britischen “Spectator”, Selmayr habe sich in den vergangenen Jahren schon wie Junckers Stellvertreter aufgeführt.

► Mit seiner Beförderung ist Selmayr noch einflussreicher und wohl zum mächtigsten Deutschen in der EU geworden.

Was an Selmayrs Beförderung problematisch ist:

Drei Aspekte an Selmayrs Beförderung sind auffällig:  

1. Die mysteriösen Gegenkandidaten und die rätselhaften Erklärungen der EU-Kommission: Selmayr hatte sich zunächst als stellvertretender...

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