Affäre Skripal: Diplomatischer WM-Boykott durch Island

Affäre Skripal: Diplomatischer WM-Boykott durch Island

Als erste Teilnehmer-Nation boykottiert Island als Konsequenz aus der "Affäre Skripal" die bevorstehende Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) auf diplomatischer Ebene. Das teilte Islands Außenministerium am Montag im Zusammenhang mit den zu Wochenbeginn von mehreren europäischen Ländern verabschiedeten Sanktionen gegen Russland mit. 
"Zu den von Island ergriffenen Maßnahmen gehört die Aussetzung der bilateralen Gespräche auf höchster Ebene mit den russischen Behörden. Deswegen werden auch keine Verantwortlichen des Landes in diesem Sommer zur Fußball-WM nach Russland reisen", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.
Russland gilt als Drahtzieher eines Giftanschlages auf seinen ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in London. Während Großbritannien und weite Teile der westlichen Welt deswegen bereits Maßnahmen gegen Russland verhängt haben, bestreitet Moskau jegliche Verwicklung in die Affäre.
Island nimmt in Russland erstmals an der Endrunde einer Fußball-WM teil. Der Neuling trifft dabei in der Vorrunde auf den zweimaligen Weltmeister Argentinien (16. Juni in Moskau), Atlanta-Olympiasieger Nigeria (22. Juni in Wolgograd) und Kroatien (26. Juni in Rostow am Don).