AfD-Veranstaltung: Proteste gegen Wahlkampfauftritt von Björn Höcke in Potsdam

Björn Höcke am Sonnabend auf der Bühne in Potsdam

Mehr als 400 Menschen haben in Potsdam gegen einen Wahlkampfauftritt des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke demonstriert. Höcke sprach am Samstag vor etwa 100 Anhängern auf einer Veranstaltung der Partei, bei der auch ein Landesverband des Alternativen Arbeitnehmerverbands Mitteldeutschland gegründet wurde. Höcke wandte sich gegen die Abgabe von souveränen Rechten Deutschlands an das "Bürokratiemonster Brüssel", forderte eine Stärkung von Ehe und Familie sowie höhere Renten für Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen.

Bild Nr. 1:
Linke Demonstranten vor dem Brandenburger Landtag Ralf Hirschberger / dpa

Der Auftritt des AfD-Politikers wurde von rund 400 Polizeibeamten gesichert, nachdem nicht nur das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" und die Linkspartei Gegenproteste, sondern auch Linksextreme gewaltsame Aktionen angekündigt hatten. Eingesetzt wurde auch eine Reiterstaffel der nordrhein-westfälischen Polizei. Die Proteste verliefen lautstark, aber nach Angaben der Polizei bis zum Ende der Veranstaltung friedlich. Es kam allerdings zu massiven Verkehrsbehinderungen in der Potsdamer Innenstadt.

Gegen Höcke, der zum rechtsnationalen Flügel der Partei gehört, läuft ein Parteiausschlussverfahren, das der Bundesvorstand mit vier Gegenstimmen beschlossen hatte. Anlass dafür war seine Dresdner Rede vom Januar. Damals hatte er Kritik am Holocaust-Gedenken geübt und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert. "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat",...

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